Teilnehmer der Landesdelegiertenversammlung 2018
Tagungspräsidium (Foto: Herward Gloeden)
aufmerksame Zuhörer beim Märchenerzählen (Foto: Herward Gloeden)
Frau Westmann bedankt sich bei Frau Ulrike Haberer mit einem Präsent (Foto: Herward Gloeden)
 
Arbeitstagung in der Museumsdiele (Foto: Herward Gloeden)
Gruppenbild in der Museumsdiele (Foto: Herward Gloeden)
Editha Westmann
Blick auf die Teilnehmer während der
Tagung
Peter Winkler, Klaus Wiegmann und Editha Westmann während der Tagung
Gruppenfoto vor dem Museum Friedland
 
Blick auf einen Teil der Teilnehmer
... beim Singen
... im Gespräch
 
Frau Lorberg (Foto: mjg)
Herr Winkler und Herr Wiegmann (Foto: mjg)
Herr Derabin stellt sich vor (Foto: pw)
Herr Sartor stellt sich vor (Foto: mjg)

Landesdelegiertenversammlung 2018 des BdV Niedersachsen

Die Landesdelegiertenversammlung, verbunden mit einem Kulturkongress, fand am 14.04.2018 im Restaurant Gartensaal des Neuen Rathauses in Hannover statt.

 

Die Landesvorsitzende Editha Westmann eröffnete die Landesdelegiertenversammlung und begrüßte die über 45 anwesenden Delegierten und Gäste.

 

Wahlen standen in diesem Jahr nicht an. In Ihrem Jahresbericht ließ die Vorsitzende zunächst die im Berichtsjahr stattgefundenen Veranstaltungen Revue passieren. Zu den Höhepunkten des letzten Jahres zählte eine Filmvorführung unter dem Titel „Verschleppt bis ans Ende der Welt“ von der Bürgerrechtlerin Freya Klier, die persönlich anwesend war. Diese Veranstaltung wurde in Kooperation mit der Konrad-Adenauer-Stiftung durchgeführt. Der Tag der Heimat des Landesverbandes Niedersachsen mit dem Hauptredner Dr. Althusmann fand am 09.09.2017 statt. Die verständigungspolitische Fahrt vom 22.25.10.2017 führte die Teilnehmer nach Liberec/Tschechien. Der geschäftsführende Vorstand besuchte im Rahmen einer Klausurtagung das Ostdeutsche Kulturmuseum in Bad Zwischenahn, um sich vor Ort ein Bild von dem Umfang der Sammlung zu machen. Angesprochen wurde auch die Bewahrung des Kulturgutes der Heimatvertriebenen. Das Weihnachtscafé am 19.12. in Hannover wurde sehr gut besucht und soll auch 2018 wieder angeboten werden.
In diesem Jahr geht die verständigungspolitische Fahrt nach Pommern/Stettin. Anmeldungen nimmt die Geschäftsstelle entgegen.

 

Herr Wiegmann nutzte die Delegiertenversammlung, um der BdV-Landesvorsitzenden Editha Westmann zu ihrem neuen Amt als Landesbeauftragte für Heimatvertriebene und Spätaussiedlerinnen und Spätaussiedler zu gratulieren. Er überreichte ihr einen Blumenstrauß mit den besten Wünschen für die herausragende, ehrenamtliche Aufgabe.

 

In einem weiteren Tagesordnungspunkt befasste sich die Versammlung ausführlich mit der Satzung des Landesverbandes, insbesondere hinsichtlich des Delegiertensystems und einem möglichen Stimmrecht für Einzelmitglieder, die zunehmend dem Landesverband beitreten.
Frau Westmann berichtete von einem Treffen der Landesverbände des BdV in Friedland. Im Mittelpunkt dieses Treffens stand ein intensiver Gedankenaustausch mit den vertretenen Verbänden über die Struktur und die Zukunftsfähigkeit in den Ländern. Anschließend besuchte die Gruppe unter Leitung von Dr. Frank Frühling aus dem Innenministerium das Museum Friedland. 
Die Vorsitzende informierte die Delegierten über eine für April geplante Bundesausschusssitzung des BdV, bei der über die künftige Ausrichtung des Verbandes diskutiert werden soll.

 

Frau Westmann eröffnete nach dem Ende der Delegiertenversammlung und des gemeinsamen Mittagessens den Kulturkongress, der in diesem Jahr eine besondere Ausrichtung hatte. Das Netzwerk(at)maerchen-erzaehlen-hannover.de war durch Frau Ulrike Haberer mit einem Märchen aus Schlesien und Herrn Jens-Uwe Korte mit einem ostpreußischen Märchen vertreten. Beide Märchen wurden frei erzählt und durch die gekonnte Mimik und Betonung hervorragend vorgetragen. Vorab hatte Frau Haberer die Anwesenden über die historische Bedeutung der Märchen, die sich seit jeher auch an Erwachsene richteten, informiert.

Arbeitstagung mit Besuch im Kreismuseums Syke durch den Landesverband Niedersachsen des Bundes der Vertriebenen (BdV)

Am Donnerstag, dem 15. März 2018 trafen sich die Landesverbandsvorstandsmitglieder des BdV Landesverbandes Niedersachsen zu einer Arbeitstagung auf der Diele des Kreismuseums in Syke. Die BdV Landesvorsitzende Edita Westmann begrüßte 16 anwesende Mitglieder, darunter die Vorsitzenden der Landesgruppen der Schlesier Helmut Sauer und der Westpreußen Prof. Jörg Hartung. Sie dankte Gerd Gohlke vom BdV Kreisverband Syke für die getroffenen Vorbereitungen.


Im Kern ging es bei der Arbeitstagung um Konzepte für eine im Gespräch Reorganisation der vorhandenen Strukturen, um die Arbeit für Heimatvertriebene und Spätaussiedler zeitgemäßer zu gestalten. Da ältere Mitglieder sich nicht mehr so stark in der ehrenamtlichen Arbeit engagieren können und jüngere seltener als früher dazu bereit sind, muss besonders die Aufbauorganisation von den Ortsgruppen über Kreis- und Bezirksverbände überdacht werden. Hierüber soll in der Landesdelegiertenversammlung am 14. April 2018 in Hannover berichtet werden unter Einbeziehung der aus der Tagung in Friedland mit anderen Landesverbänden gewonnenen Erkenntnisse. Auch der Bundesverband will sich auf nächsten Bundesausschußsitzung, die der Landesdelegiertenversammlung stattfindet, endlich mit dieser Thematik befassen. Frau Westmann berichtete, daß sie schon seit Längerem versuchte, daß sich der Bundesverband sich diesem Thema annimmt.


Einig waren sich alle Teilnehmer darüber, dass künftig die Kulturarbeit einen höheren Stellenwert einnehmen soll, damit Erinnerungen an unsere Heimat im Osten intensiver gepflegt werden.


Noch vor Beginn der Mittagpause überbrachte der stellvertretende Landrat Ulf Schmidt die Grüße des Landkreises Diepholz. Er wies auf sichtbare Zeichen hin, die im Landkries an das Schicksal der deutschen Heimatvertriebenen erinnern, wie z. B. die schlesische Heimatstube in Aschen, das Wehlauer Heimatmuseum, zahlreiche Gedenksteine, das Ostkreuz in Diepholz, Hinweisschilder auf Patenschaften an den Ortseingängen und Straßennamen, die an die Heimat der Vertriebenen erinnern.


Nach der Mittagspause stellte Museumleiter Dr. Ralf Vogeding das Museum des Landkreises Diepholz den aus unterschiedlichen Orten Niedersachsens angereisten Tagungsmitgliedern vor. Er ging auf die Entstehungsgeschichte ein und erläuterte, dass die Dauerausstellungen das  Alltagleben und die Entwicklungen aus  mehreren Jahrhunderten  im Landkreis zeigen. Das im Ochtmanier Spieker eingerichtete Wehlauer Heimatmuseum  gehört mit Darstellungen zur Geschichte der deutschen Heimatvertriebenen zum Gesamtkonzept des Kreismuseums. Dr. Vogeding begleitet die Gäste durch das Museum, Gerd Gohlke stellte das Wehlauer Heimatmuseum mit den Themen Ankommen, nach Flucht und Vertreibung, Einrichten, Bewältigen und Neu Anfangen vor.


Gegen 15:30 Uhr war die arbeitsreiche und informative Arbeitstagung zu Ende.

Editha Westmann zur Landesbeauftragten für Heimatvertriebene und Spätaussiedler berufen

Anfang März wurde unsere Landesvorsitzende Editha Westmann von der Niedersächsischen Landesregierung zur Landesbeauftragten für Heimatvertriebene und Spätaussiedler berufen. Wir gratulieren Frau Westmann zu dieser besonderen ehrenamtlichen Position und wünschen ihr eine glückliche Hand bei der Erfüllung ihrer vielschichtigen Aufgaben.
Frau Westmann hat als BdV-Vorsitzende bereits viel Respekt und Anerkennung für ihr Engagement für Heimatvertriebene und Spätaussiedler erfahren. Neben der Wahrung des Kulturgutes setzt sie sich für eine Intensivierung der Patenschaft zu Schlesien ein. Ihr liegen außerdem die Belange der Spätaussiedler sehr am Herzen.
Wir sind stolz darauf, dass unsere Landesvorsitzende Editha Westmann künftig die Verbindung für Heimatvertriebene und Spätaussiedler zur Landesregierung sein wird.


Peter Winkler, Klaus Wiegmann (stellv. Vors.)

Die Bedeutung der Arbeit des BdV in unserer Gesellschaft

Landesverbände des Bundes der Vertriebenen trafen sich in Friedland am 19.02.2018 zum Gedankenaustausch


Die Landesvorsitzende des BdV in Niedersachsen, Frau Editha Westmann, hatte alle Landesverbände des BdV zu einem Gedankenaustausch über die Bedeutung des Vertriebenenverbandes in der heutigen Gesellschaft eingeladen. Das Treffen fand in den Räumen des Grenzdurchgangslagers Friedland statt. Dieser Tagungsort in der Nähe von Göttingen wurde bewusst gewählt, da Friedland für Millionen Deutsche nach 1945 eine wichtige Station nach Gefangenschaft, Flucht und Vertreibung war. Noch heute kommen zahlreiche Spätaussiedler und Flüchtlinge über Friedland zu uns. So verwundert es nicht, dass Friedland auch als das „Tor zur Freiheit“ bezeichnet wird.


Für die Gäste aus den verschiedenen Bundesländern stand auch eine Führung durch das im ehemaligen Bahnhofsgebäude untergebrachte Museum Friedland auf der Tagesordnung. Die beeindruckende Ausstellung zum Thema „Flucht und Vertreibung - früher und heute“ verdeutlicht die Dramatik der Kriegsfolgen bis in unsere Tage.


Im Verlauf der Tagung zeigte Frau Westmann auf, dass sich die Arbeit des BdV in Niedersachsen der gesellschaftlichen Entwicklung anpassen müsse. So sei für die Vorsitzende sehr wichtig, den Kontakt zu den ehemaligen deutschen Gebieten im Osten zu intensivieren, auch um die dort lebenden deutschen Minderheiten nicht aus dem Blick zu verlieren.


In vielen Orten Niedersachsens sind oder waren Heimatstuben und Heimatsammlungen zu finden. Hier müsse, so Editha Westmann, dringend eine Lösung her, wie der Bestand des erhaltenswerten Kulturgutes gesichert werden könne. Eine enge Zusammenarbeit zwischen Kommunen, Landkreisen, Land und Bund sei dabei unverzichtbar. Alle Teilnehmer aus den Landesverbänden waren sich darin einig, dass das so reichhaltige und wichtige kulturelle Erbe unserer Heimatgebiete im Bewusstsein aller Deutschen und nicht nur der Heimatvertriebenen erhalten werden müsse.


Neben den inhaltlichen Themen sprach Editha Westmann auch die strukturelle Ausrichtung ihres Landesverbandes an. So müsse beispielsweise dringend ein Weg gefunden werden, wie die Beteiligung von Einzelmitgliedern bei den Delegiertenversammlungen erfolgen könne. Die Vertreter der anwesenden Landesverbände verständigten sich auf eine länderübergreifende Zusammenarbeit, die durch eine Kooperationsvereinbarung auf den Weg gebracht werden soll. Insbesondere sollen dabei Ausstellungen und Jugendprojekte berücksichtigt werden. „Ich hoffe sehr, dass sich weitere Landesverbände der Kooperationsvereinbarung anschließen, um die Arbeit der BdV-Landesverbände zukunftssicher zu gestalten“, so Editha Westmann.


Der Austausch zwischen den anwesenden Landesverbänden gestaltete sich lebhaft und anregend. Man war sich unter den Anwesenden einig, regelmäßige Treffen der BdV-Landesverbände zu planen.


Anwesend waren: Editha Westmann, Peter Winkler, Klaus Wiegmann, Michael Gediga, Dr. Frank Frühling (MI), Frau Lisa Bode (MI) (Niedersachsen); Waltraud Illner (Baden-Württemberg); Brigitte Kreyenhop, Bremen; Jolanta Lemm, Siegbert Ortmann, Hagen Novotny (Hessen); Frank Hirche, Dr. Jens Baumann (MI) (Sachsen-Schlesische Lausitz).

Weihnachtscafé 2017

Zum zweiten Mal fand im Dezember 2017 ein Weihnachtscafé des Landesverbandes statt. Diesmal im „Restaurant Gartensaal“ des zentral gelegenen Neuen Rathauses in Hannover. In adventlich gestaltetem Rahmen mit dazu passendem Kuchen und Stollen wurden den teilweise weit angereisten Teilnehmern weihnachtliche Geschichten und persönliche Erlebnisse in der Weihnachtszeit präsentiert. Es blieb auch Zeit für anregende Gespräche unter den Teilnehmern. Gern wurden auch verschiedene Weihnachtslieder a capella angestimmt. Alle waren sich einig, den gelungenen Nachmittag auch in 2018 stattfinden zu lassen. Dies ist für den 18.12.2018 am gleichen Ort geplant.

„Schlesien ist lebendig – und nicht nur Geschichte“ - Interview von Editha Lorberg mit Stephan Rauhut und CDU-Fraktionschef Björn Thümler

Stephan Rauhut und Niedersachsens CDU-Fraktionschef Björn Thümler im Gespräch mit Editha Lorberg
(aus Schlesische Nachrichten, Nummer 5.2017, Seiten 6 und 7)

 

Das Land Niedersachsen hat seit 1950 die Patenschaft der schlesischen Landsmannschaft inne. Während sich die politischen Rahmenbedingungen in dieser Zeit immer wieder verändert haben, bleiben die zentralen Fragen auch nach nahezu 70 Jahren unverändert: Wie soll die Erinnerungskultur gestaltet werden? Wie kann die junge Generation für die Bewahrung der schlesischen Kultur begeistert werden? Und was kann das Land Niedersachsen als Pate der Landsmannschaft hierfür tun – müssen die Beziehungen gar neu definiert werden? Darüber spricht die Vorsitzende des Niedersächsischen Bundes der Vertriebenen, Editha Lorberg, mit dem Bundesvorsitzenden Stephan Rauhut und dem niedersächsischen CDU-Fraktionschef Björn Thümler.


Lorberg: Die Einheit Deutschlands jährt sich dieses Jahr zum 27. Mal. Sie war auch an die endgültige deutsch-deutsche Anerkennung der Oder-Neiße-Grenze geknüpft, was damals noch umstritten war. Herr Rauhut, was hat sich seit 1990 für die Schlesier geändert?

Rauhut: Die Anerkennung der Oder-Neiße-Grenze war für die Erlebnisgeneration sicher nicht einfach zu verdauen. Die Einheit hat auf deutscher Seite letztlich jedoch dafür gesorgt, dass die Kinder und Enkelkinder der Vertriebenen ihre Wurzeln heute erkunden und verstehen können. Auch auf polnischer Seite hat sich einiges getan. Hier ist seit dem EU-Beitritt viel Geld geflossen, um das kulturelle Erbe Schlesiens zu erhalten. Überhaupt besteht in Polen ein großes Interesse auch am deutschen Anteil an der schlesischen Kultur…

Lorberg: … während auf der deutschen Seite die Erinnerung immer stärker verblasst. Zahlreiche Heimatstuben in Niedersachsen werden geräuschlos geschlossen, Vertriebenenarchive und Heimatsammlungen aufgelöst.

Rauhut: Ja, das ist eine echte Herausforderung. Dabei verpflichtet das Vertriebenengesetz Bund und Länder dazu, das Kulturgut zu erhalten. Ich beobachte jedoch schon seit geraumer Zeit eine Verschiebung der Zuständigkeit vom Land hin zu den Kommunen. Und die streichen ihre Förderungen und Patenschaften, auch weil Unterstützer fehlen. Dass ein wenig Engagement hilft, haben wir in Springe in der Region Hannover gesehen: Nachdem sich viele Bürger und auch die Landsmannschaft für den Erhalt eines zuvor entfernten Vertriebenendenkmals eingesetzt hatten, wurde es wieder errichtet. So ein Beispiel kann Schule machen.

Thümler: Ich sehe tatsächlich mit großer Sorge, dass uns ein wichtiges Stück deutscher Geschichte verloren geht. Hier ist das Land Niedersachsen in der Pflicht, seinen gesetzlichen Aufgaben nachzukommen. Zum Teil fehlt in der Politik jedoch das Bewusstsein, dass die schlesische Kultur ein wichtiger Bestandteil der deutschen Kultur insgesamt ist. Fast jeder dritte Niedersachse hat schlesische Wurzeln! Ich wünschte mir daher auch, dass dieser Umstand genauso wie die Ursachen von Flucht und Vertreibung stärker im Schulunterricht behandelt werden. Die Projekte zum Jugendaustausch in der Begegnungsstätte Kreisau in der Nähe von Breslau sind bereits ein gutes Beispiel, wie wir die Patenschaft zu Schlesien nachhaltig stärken und vertiefen können.

Lorberg: Zumal es immer weniger junge Menschen gibt, die sich ihrer schlesischen Wurzeln bewusst sind. Welche Anstrengungen sind nötig, um die heutige Enkel- und Urenkelgeneration für den Erhalt der schlesischen Kultur zu begeistern?

Rauhut: Die Idee, schlesische Geschichte in der Schule zu thematisieren, gefällt mir gut. Wissen schafft Verständnis. Wir müssen zudem dafür sorgen, dass wir Schlesien erlebbar machen. Schlesien ist lebendig und nicht nur Geschichte! Es gibt bereits tolle Erfahrungen mit dem Austausch zwischen deutschen und polnischen Schlesiern. Das schafft eine ganz besondere Betroffenheit und weckt gegenseitiges Interesse.

Lorberg: Das Grenzdurchgangslager Friedland, einst Tor zur Freiheit, könnte als bedeutende zeithistorische Einrichtung eine besondere Rolle dabei einnehmen. Wie stehen Sie zu der Idee, neben dem bereits realisierten Museum im ehemaligen Bahnhof Friedland eine Begegnungsstätte, ein Archiv und eine Heimatsammlung auf dem Gelände des ehemaligen Grenzdurchgangslagers zu errichten?

Thümler: Friedland ist mit Blick auf seine Vergangenheit, aber auch auf die ganz aktuelle Nutzung ein überaus geeigneter Ort für ein Museum, das sich dem Thema Flucht und Vertreibung widmet – als Erinnerung an die eigene, deutsche Geschichte, aber auch als Mahnung an alle, welche katastrophalen Folgen Kriege für die Bevölkerung haben. Wir können uns ein zukunftsweisendes Konzept mit einer Begegnungsstätte gut vorstellen. Was immer jedoch das Land in diese Richtung unternimmt: Wir müssen die Landsmannschaft an den Planungen intensiv beteiligen.

Rauhut: An uns würde ein solches Projekt gewiss nicht scheitern, im Gegenteil. Es ist gut denkbar, dort auch die kulturell wertvollsten Stücke aus den aufgelösten Heimatstuben zu bündeln, zu integrieren und junge Menschen einzubinden – ganz im Sinne einer Begegnungsstätte. In Bayern gibt es beispielsweise das „Schaufenster Schlesien“, das gut angenommen wird. So ein interaktiv gestaltetes „Schaufenster“ ist mit Blick auf die Jugendlichen vielleicht etwas greifbarer als ein klassisches Museum. Ich wünsche mir, dass wir eng in solche Überlegungen eingebunden werden und glaube, dass wir auch wirklich etwas beizutragen haben!

Lorberg: Aktuell werden die Beziehungen zwischen niedersächsischer Landesregierung und Landsmannschaft durch die Pressestelle des Innenministeriums koordiniert – wird das Land seiner Patenschaft so gerecht?

Thümler: Wir sind der Auffassung, dass man nur dann eine engere Patenschaft wirklich vorantreiben kann, wenn es ein beiderseitiges Interesse daran gibt. Herr Rauhut hat ja bereits darauf hingewiesen, dass die Landsmannschaft gerne mitgenommen werden möchte. Ein entsprechendes Signal seitens der Landesregierung fehlt allerdings. Eine Pressestelle macht Öffentlichkeitsarbeit. Was wir aber brauchen, sind Konzepte für eine neue Zusammenarbeit. Wir müssen daher darüber nachdenken, die Patenschaft beispielsweise durch ein eigenes Referat mit Leben zu füllen.

Rauhut: Grundsätzlich ist es gut, einen festen Ansprechpartner zu haben, der sich auch um die Weiterentwicklung und Vertiefung der Patenschaft kümmert. Wir tragen die derzeitige Situation notgedrungen mit, würden aber eine Aufwertung unserer Beziehungen natürlich begrüßen. Was wir aktuell dringend benötigen, ist eine bessere finanzielle Unterstützung unserer Bundesgeschäftsstelle und des Deutschlandtreffens. Niedersachsen ist das einzige Bundesland, das seine Landsmannschaft nicht ausreichend ausstattet.

Thümler: Auch über eine finanzielle Aufstockung wird zu reden sein. Wir als CDU stehen zur Landsmannschaft Schlesien, und das wollen wir auch zeigen. Daher freue ich mich, Ihre Mitglieder im Rahmen des eben angesprochenen Deutschlandtreffens wiederzusehen. Wir richten auch in diesem Jahr wieder einen Empfang im Leineschloss aus, zu dem wir die Landsmannschaft herzlich einladen.

Rauhut: Die Einladung nehmen wir sehr gerne an!

Landesdelegiertenversammlung 2017 des BdV Niedersachsen: Editha Lorberg MdL einstimmig erneut als Vorsitzende wiedergewählt

Bei der Landesdelegiertenversammlung des BdV Niedersachsen wurde die seit zwei Jahren amtierende Vorsitzende Editha Lorberg von den anwesenden Delegierten einstimmig wiedergewählt. Die Landtagsabgeordnete und stellvertretende Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion wird dem Bund der Vertriebenen in Niedersachsen damit weitere drei Jahre vorstehen. Auch die beiden stellvertretenden Vorsitzenden Peter Winkler und Klaus Wiegmann wurden von den Delegierten einstimmig in ihren Ämtern bestätigt. Die Versammlung stimmte außerdem dem Vorschlag des geschäftsführenden Vorstandes zu, den 37-jährigen Rechtsanwalt Kilian Sartor und den 29-jährigen Rechtsreferendar Paul Derabin zur Unterstützung der Vorstandsarbeit in Fragen der Finanzen und der Öffentlichkeitsarbeit in das Gremium zu kooptieren.

In ihrem Bericht über das vergangene Jahr hob die Vorsitzende Editha Lorberg den Tag der Heimat am 8. Oktober 2016 in Hannover und die Verständigungsfahrt nach Bautzen und Umgebung hervor. Erstmals fand im Jahr 2016 ein "Weihnachtscafé" in Hannover statt, dieses soll im Dezember 2017 wiederholt werden.

Unzufrieden zeigte sich Editha Lorberg über die aktuelle Zusammenarbeit mit der Landesregierung. Nachdem bereits die Stelle des Landesbeauftragten für Fragen der Heimatvertriebenen und Spätaussiedler von der rot-grünen Landtagsmehrheit abgeschafft wurde, steht dem Bund der Vertriebenen nunmehr auch kein Fachreferat im Innenministeriums als Ansprechpartner zur Verfügung. Die Angelegenheiten der Heimatvertriebenen wurden stattdessen der Pressestelle des Ministeriums zugeordnet. "Mit dieser Entscheidung hat die Landesregierung deutlich gemacht, wie gering der Stellenwert ist, den sie den Heimatvertriebenen zukommen lässt", erklärte Editha Lorberg.

Die Delegierten haben sich einmütig dafür ausgesprochen, dass der geschäftsführende Vorstand bis zum Herbst 2017 eine Satzungsänderung bezüglich der Mitgliederübertragung im Falle der Auflösung von Orts- und Kreisverbänden an den Landesverband und bezüglich der Umstellung von Delegiertenversammlungen auf Mitgliederversammlungen prüfen soll.

Für das laufende Jahr kündigte Editha Lorberg an, dass vor dem Schlesiertreffen am Freitag, 23. Juni 2017 wieder ein Empfang der CDU-Landtagsfraktion für die bundesweit anreisenden Teilnehmer stattfinden wird. Der Tag der Heimat in Hannover findet am 9. September 2017 statt. Er steht unter dem Motto „60 Jahre Einsatz für Menschenrechte, Heimat und Verständigung“. Der Landesvorsitzende der CDU in Niedersachsen, Dr. Bernd Althusmann, hat sein Kommen zugesagt. Er wird die Ansprache halten.

Außerdem berichtete Editha Lorberg, dass die Geschäftsstelle immer wieder Anfragen von Schulen erreichen, die gerne Zeitzeugen oder fachkundige Personen in ihren Geschichtsunterricht einladen möchten. Interessierte BdV-Mitglieder können sich gerne in der Geschäftsstelle des BdV melden, um bei Anfragen von Schulen und anderen Einrichtungen für solche Projekte vermittelt zu werden.

Der kulturelle Beitrag der Delegiertenversammlung wurde in diesem Jahr von Herrn Hans-Jürgen Kämpfert gestaltet. Der pensionierte Oberstudiendirektor aus der Nähe von Lübeck war nach Hannover gekommen, um über Nicolaus Copernicus aus Thorn, Universalgelehrter und Zeitzeuge der Reformation zu berichten. Begleitend zu dem Vortrag zeigte Herr Kämpfert Dias.