Ansprache von Frau Lorberg
(Foto: Gloeden)
Teilnehmer (Foto: Gloeden)
Pastor Joost, Frau Lorberg und Herr Lilienthal (Foto: Gloeden)
 

BdV-Landesverband Niedersachsen gibt zentrale Gedenkstätte in Giesen auf

Nach einem ausführlichen Gespräch mit dem BdV-Ortsverband Giesen/Hasede hat sich der Vorstand des BdV -Landesverband Niedersachsen- entschieden, das 2015 zur zentralen Gedenkstätte erklärte Ehrenmal in Giesen aufzugeben. „Wir haben verschiedene Ansätze, um diesen ausdrucksstarken Gedenkort in Giesen in eine gesicherte Zukunft zu überführen“, erklärte die BdV-Vorsitzende Editha Westmann. Dem Landesverband wäre eine unter wissenschaftlicher Begleitung erstellte Hinweistafel wichtig gewesen, um insbesondere junge Besucher der Gedenkstätte über die Historie und den geschichtlichen Hintergrund der verschiedenen Inschriften zu informieren. Der Ortsverband hatte jedoch ohne Absprache mit dem Landesverband eine Hinweistafel aufgestellt, deren Informationsgehalt nach Ansicht des Landesverbandes nicht ausreichend ist. „Den Vertretern des örtlichen BdV liegt das Ehrenmal sehr am Herzen. Das können wir als Landesverband gut verstehen. Doch wir hätten uns eine konstruktivere Zusammenarbeit gewünscht, um das Ehrenmal verantwortungsvoll für die nächsten Generationen zu erhalten“, so Westmann.


Der BdV-Niedersachsen wird nun ausschließlich den Gedenktag für die Opfer von Flucht und Vertreibung am 21. Juni jeden Jahres im Rahmen der bundesweiten Gedenkfeier in Berlin begehen und auf eine eigene niedersächsische Gedenkstätte verzichten.

BdV gedenkt der Opfer von Flucht und Vertreibung am 18. Juni 2017

Seit 2015 gibt es den Gedenktag für die Opfer von Flucht und Vertreibung, der immer am 20.Juni, angelehnt an den Weltflüchtlingstag, stattfindet und durch zahlreiche Gedenkfeiern begleitet wird.

So auch am Ehrenmal in Giesen, wo der BdV-Landesverband Niedersachsen bereits am 18. Juni im Rahmen einer kleinen Zusammenkunft einen Kranz niedergelegt hat. Die Landesvorsitzende des Bundes der Vertriebenen, Editha Lorberg, machte in ihrer Ansprache deutlich, wie wichtig es sei, die Erinnerung an die vielen Flüchtlinge und Vertriebenen wachzuhalten. Dabei müsse der Blick in die Vergangenheit erlaubt sein. "Nur wer Flucht und Vertreibung erlebt hat, kann wirklich beurteilen, wie grausam dieses Schicksal ist. Darum hat die Erlebnisgeneration ihre ganz persönliche Sichtweise auf diese Zeit. Das muss möglich sein, dafür müssen wir eintreten!" erklärte die BdV-Vorsitzende. Sie sei stolz darauf, dass das Thema Flucht und Vertreibung nun einen Platz im Schulunterricht gefunden habe. Sie traue den Schülerinnen und Schülern zu, verantwortungsvoll, unvoreingenommen und mit dem erforderlichen Einfühlungsvermögen an diese Thematik heranzugehen.

Musikalisch wurde die Kranzniederlegung auf der Trompete von Herrn Lilienthal begleitet. Vor der feierlichen Kranzniederlegung hatten die Mitglieder des BdV den Gottesdienst in Ahrbergen in der dortigen Friedenskirche besucht. Pastor Joost war in seiner gefühlvollen Predigt auch auf das Gedenken an die Opfer von Flucht und Vertreibung eingegangen. Am Ehrenmal in Giesen sprach Pastor Joost mit den Gästen ein Gebet.

Im kommenden Jahr soll in Giesen am Ehrenmal eine Hinweistafel aufgestellt werden, um den Besuchern die Bedeutung dieses Ortes deutlich zu machen. An der Ausarbeitung des Textes wird auch eine Schule beteiligt sein.

Gedenkfeier in Giesen am 19.06.2016

Anlässlich des von der Bundesregierung im Jahr 2014 beschlossenen Gedenktages zur Erinnerung an die Opfer von Flucht und Vertreibung hat der BdV Landesverband eine würdige Stätte in der Nähe der Landeshauptstadt gefunden, um diesem Gedenken öffentlich nachkommen zu können.

Diese Stätte liegt in der Gemeinde Giesen im Landkreis Hildesheim. Sie bietet mit einer großzügig am erhöhten Waldrand gelegenen Anlage, bestehend aus einem großen Kreuz und diversen Gedenksteinen den dafür geeigneten Rahmen.

Sehr hilfreich unterstützt von der Gemeinde Giesen mit Bürgermeister Andreas Lücke, dem Ortsverband des BdV Giesen-Hasede und seinem rührigen Vorsitzenden Siegfried Schramm, musikalisch begleitet vom Bläserkreis sowie geistlichen Worten von Pastor Martin Söffing und einem Friedensgebet von Frau Christa Pischel fand diese erste Veranstaltung am 19.06.2016 statt. Die Begrüßung und die Schlussworte sprach unsere Landesvorsitzende Frau Editha Lorberg.

Die Festrede hielt der Geschäftsführer der Stiftung Niedersächsische Gedenkstätten Dr. Jens-Christian Wagner, der auf das Leid der Heimatvertriebenen mit Beispielen aus seiner eigenen Familie einging, aber auch die Ursachen nicht verschwieg, die Europa und damit seine Menschen in dieses tiefe Unglück stürzten.