Urkunden und Blumen für 70-jährige Mitgliedschaft im BdV

Der Kreisverband des Bundes der Vertriebenen (BdV) leistet wichtige kulturelle Arbeit in Salzgitter.

Anlässlich der diesjährigen Jahreshauptversammlung im Kniestedter Gutshaus berichtete Kreisvorsitzender Detlev Jerke über die Veranstaltungen des vergangenen Jahres und die Planungen für 2019 u.a. ist eine Ausflugsfahrt nach Wolfenbüttel geplant. Die lange rückläufige Mitgliederzahl im Kreisverband konnte gestoppt werden, im vergangenen Jahr wurden neue Mitglieder gewonnen. Laut Detlev Jerke sind die Mitglieder im BdV Salzgitter sehr aktiv und die Kultur und das Brauchtum wird gepflegt. Die monatlich stattfindenden Unterhaltungsnachmittage erfreuen sich einer steigenden Beliebtheit, ein besonderer Dank an Helmut Stippler, der jeweils für die musikalische Begleitung am Akkordeon sorgt.
Im Mittelpunkt der Jahreshauptversammlung standen jedoch Ehrungen für 70-jährige Mitgliedschaft und ehrenamtliche Mitarbeit im BdV Salzgitter.
Der Vorsitzende Detlev Jerke verteilte Urkunden und Blumen an:
Alfons Bittner, in Vertretung an seine Tochter Monika Hanisch, Ursular Bolluck, Edeltraut Dzwiewor, Helene Heidrich, Margarete Kessler, Gertrud Mahlke.


Eine besondere Ehrung erfuhr der Ehrenbürger der Stadt Salzgitter, Hermann Struck, der bereits 2018 für 60-jährige Zugehörigkeit mit der Goldenen Ehrennadel, der höchsten niedersächsischen Auszeichnung, geehrt wurde, da er nunmehr über 70 Jahre Mitglied im BdV ist. Der stellvertretende BdV Vorsitzende Gunter Kostorz nahm die Ehrung von Hermann Struck vor, der bereits am 1. Juli 1948 in den damaligen BvD (Bundes der Vertriebenen Deutschlands, erst am 27.Oktober 1957 wurde der BdV gegründet, in dem der BvD aufging) eingetreten ist. Hermann Struck ist nunmehr über 70 Jahre im BdV und hat immer seine Heimat Pommern im Herzen getragen und hat immer betont, wie stolz er ist, Pommer zu sein. Dieses Heimatgefühl schließt nicht aus weltoffen zu sein, das hat Hermann Struck auf seinem Lebensweg bewiesen. Er hat seine Wertschätzung für die Heimat, Geschichte und Tradition auch dann lebendig gehalten, als das für viele unmodern war, führte Kostorz aus.


Dass es Hermann Struck nach dem sinnlosen Krieg, in dessen Folge mehr als 2,3 Millionen Menschen auf der Flucht umgekommen sind, per Zufall nach Salzgitter geführt hat, sollte sich für die Stadt als Glücksfall ergeben. Er brachte sich, wie alle Vertriebenen, in den Aufbau der Stadt Salzgitter erfolgreich ein. Hermann Struck machte sich schon sehr bald einen Namen in der kommunalen Politik Salzgitters. Seine Zeit als Oberbürgermeister von 1986 bis 1996 ist uns allen noch in guter Erinnerung. In seiner Zeit als OB der Stadt Salzgitter hat Hermann Struck maßgeblich die 125 Jahr Feier der Stadt Kattowitz unterstützt, für die 1951 eine Patenschaft übernommen wurde, hierfür sei Hermann Struck an dieser Stelle im Namen aller ehemaligen Kattowitzer Bürger und vertriebenen Schlesiern, die eine neue Heimat in Salzgitter gefunden haben, gedankt, sagte Kostorz, der auch Mitglied im Bundesvorstand der Landsmannschaft Schlesien ist.
Hermann Strucks Unterschrift steht auch unter den Verträgen der Partnerschaft zwischen Starij Oskol und Gotha. Dank sei Struck zu sagen, dass er seinerzeit bei den Verhandlungen zur Partnerschaft mit Gotha die Auflösung der Zentralen Erfassungsstelle für Unrechts- und Gewalttaten in der DDR, in Salzgitter verhindert hat. Alle seine Aktivitäten zum Wohle der Stadt Salzgitter und seiner Bürger wären nicht möglich gewesen, wenn er nicht die Unterstützung seiner Frau Johanna bekommen hätte, Ihr sei an dieser Stelle gedankt. Der Kreisverband des BdV Salzgitter ist stolz darauf, so erfolgreiche und langjährige Mitglieder in seinen Reihen zu haben, das gilt für alle heute geehrte Mitglieder.
Es dürfe nie vergessen werden, dass die Vertriebenen maßgeblich am Aufbau der Stadt Salzgitter beteiligt waren. Es ist wichtig, dass wir unsere Heimat weiterhin im Herzen tragen, betonte Struck in seiner Dankesrede, auch wenn wir zwischenzeitlich einen anderen Lebensmittelpunkt gefunden haben. Struck habe sich auch als SPD Mitglied immer als Vertriebener zu erkennen gegeben, alles war bestimmt durch sein Gewissen. Mit dem Singen heimatlicher Lieder unter der Leitung von Helmut Stippler verlieh der Jahreshauptversammlung und den Ehrungen einen würdigen Rahmen.


Gunter Kostorz


Das obenstehende Foto zeigt:
Hintere Reihe von rechts nach links:
BdV Kreisvorsitzender Detlev Jerke, Gertrud Mahlke, Monika Hanisch, 
Ursula Bolluck, stellv. Kreisvorsitzender BdV Gunter Kostorz.
Vordere Reihe von rechts nach links: 
Helene Heidrich, Ehrenbürger der Stadt SZ, Hermann Struck, 
Edeltraud Dzwiewor, Margarete Kessler.