v. lks. Herren Niesel und Gerdesmeyer, Pastorin Ute Young, Frau und Herr Kathmann (Foto: Privat)
 
Die Jubilarin Gretel Mathias und Günter Kathmann (Foto: Privat)
Jahresprogramm Heimatstuben Goldenstedt/Ambergen 2018
Blick auf Teilnehmer (Foto: Privat)
Pastorin Ute Young mit Herrn Kathmann (Foto: Privat)

Ausstellungseröffnung der Wanderausstellung

„Angekommen“ Die Integration der Vertriebenen in Deutschland am Donnerstag, den 23.08.2018 im Kreishaus in Vechta.

Die Ausstellung wurde initiiert vom Zentrum gegen Vertreibungen in Berlin und ist seit 2011 als Wanderausstellung in ganz Deutschland zu sehen.
Das Grußwort zu dem Begleitbuch der Ausstellung schrieb der damalige Bundesminister des Inneren Dr. Hans-Peter Friedrich MDB.


Die BdV Kreisvorsitzende Ingrid Kathmann begrüßte die Gäste:

  • Den ersten Kreisrat Herrn Hartmut Heinen, der ein Grußwort des Landkreises sprach
  • Ein Grußwort überbrachte der stellv. niedersächsische BdV-Landesvorsitzende
  • Herr Peter Winkler
  • und als Historiker sprach Herr Dr. Michael Hirschfeld zum Thema „Integration der Vertriebenen in Deutschland in Schule und Öffentlichkeit“.
  • Eine kurze Einführung in die Ausstellung gab Ingrid Kathmann.


Herr Heinen bedankte sich für die Bereitstellung der Ausstellung, und erinnerte daran, dass der Kreis nach dem Krieg ca. 20.000 Vertriebene und Kriegsflüchtlinge aufgenommen hatte. Sichtbar sind im Kreis Vechta das „Ankommen“ z.B. bei Vertriebenensiedlungen, die Straßennamen wie Schlesierstraße.
Er verwies darauf, dass Flucht und Vertreibung ein Teil unserer Geschichte ist und wir im Kreis Vechta mit Herrn Dr. Hirschfeld einen habilitierten Historiker haben und er uns aus seiner Praxis als Lehrbeauftragter an der Universität Vechta und als Lehrer am Gymnasium in Lohne zum Thema „Integration der Vertriebenen in Deutschland, in Schule und Öffentlichkeit“ etwas aus der Praxis berichten kann. Er wünschte der Ausstellung einen guten Verlauf.


Der niedersächsische stellv. BdV Landesvorsitzende Peter Winkler gab aus eigenen Erfahrungen zum Titel „Angekommen“ seine Erlebnisse bekannt und hinterfragte gleichzeitig: „Kann man in einer total fremden Umgebung und Kultur wirklich richtig ankommen?“ Er berichtete von seiner Flucht aus Schlesien und wie schwer es war, sich im Westen ein neues Leben auszubauen.


Herr Dr. Michael Hirschfeld berichtete über die Kenntnisnahme der Öffentlichkeit zum Thema Vertriebene und ihre Integration in Westdeutschland, ein sehr komplexes Thema. Ausführlich beschrieb er die Wahrnehmung der einheimischen Bevölkerung und der Vertriebenen, was oft auf festgefügten Meinungen und Vorurteilen beruhte. Die Thematik der Öffentlichkeit in den 50ziger Jahren fällt besonders auf, da in den Schulen der Ostkundeunterricht und somit die Thematik, Geografie und Geschichte Ostdeutschlands an die Südoldenburger Kinder herangeführt wurde. In der OV wurde regelmäßig „Aus der Heimat der Ostvertriebenen“ berichtet. Mit der neuen Ostpolitik Willy Brandts wurde dies in die Mottenkiste gepackt und unter das pauschale Verdikt Revanchismus gestellt.


Das Gedenken der Wiederkehr des Kriegsendes in 2015 kehrte das Thema Vertreibung wieder in das Curriculum des Geschichtsunterrichts der gymnasialen Oberstufe zurück.
Am Beispiel des Lohner Malers Josef Andreas Pausewang gab es ein Beispiel zum sogenannten Wirtschaftswunder. Mehr recht wie schlecht konnte der Künstler seine 5 köpfige Familie ernähren. Er litt vor allem, wie er sagte unter „Heimweh und unter der Öde der Gegend und Sturheit der hiesigen Menschen“! Andreas Kossert schreibt in seinem Buch dazu“, es ist an der Zeit die Vertriebenen endlich als Opfer zu begreifen, die nicht nur unter Flucht und. Vertreibung gelitten haben, sondern auch unter der Hartherzigkeit ihrer eigenen Landsleute“.
Zu guter Letzt ein Appell. Bei aller Komplexität und allen Verwirrungen, die das hier behandelte Thema mit sich bringt, sollte doch die Polemik beiseite und einer historisch kritischen Sichtweise Raum gelassen werden. Dann, so Herr Hirschfeld, wären nicht nur die Vertriebenen endlich angekommen, sondern auch die Beschäftigung mit der Thematik Flucht und Vertreibung für die jetzt Lebenden und künftigen Generationen.


Frau Kathmann verwies auf den Hintergrund der Ausstellung und zwar dem Ende des zweiten Weltkrieges, der bis in die 50-ziger Jahre fast 20 Millionen Deutsche aus den Deutschen Siedlungsgebieten in ganz Europa nach Westdeutschland spülte.
Traumatisierte Menschen in einem total zerstörten Land zu integrieren war eine Mammutaufgabe, auch für den Landkreis Vechta, wo in allen Städten und Gemeinden Ämter für Vertriebene entstanden. Die Vorurteile der einheimischen Bevölkerung gegenüber den Vertriebenen wurden durch ein Miteinander von Schule, Beruf, Vereinen und natürlich auch im privaten Bereich durch Heirat abgebaut.
Der seelische und mentale Zustand vieler Vertriebener, vor allem was die Frauen und Kinder betrifft, kam viel zu kurz.
In dieser Ausstellung „Angekommen“ werden alle Bereiche des damaligen Alltagslebens sehr genau und klar dargestellt, sicherlich werden sich einige der Besucher in dieser Ausstellung wiederfinden. In diesem Sinne wünschte sie der Ausstellung viele Besucher, besonders interessant ist sie sicherlich für Schüler.


Frau Kathmann verwies auf das Buch zur Ausstellung, welches für 15 € an der Information im Kreishaus erhältlich ist.

Jahreshauptversammlung des BDV-Lohne 2018

Am Sonntag den 25.03.2018 begrüßte der stellvertretende Vorsitzende des BDV-Lohne Günter Kathmann die Mitglieder im Hotel Wilke. 

Mit dem Ostpreußen Lied „Land der dunklen Wälder“, wurde die Versammlung eröffnet.
Nach der gemeinsamen Kaffeetafel wurde der Toten von Flucht und Vertreibung durch Ingrid Kathmann gedacht, sowie aller Toten der Weltkriege, und der vielen Terroropfer Weltweit. Besonders wurde der verstorbenen Mitglieder aus dem letzten Jahr gedacht.



Zur Ehrung standen in diesem Jahr etwas ganz Besonderes an:
Gretel Mathias ist seit 70 Jahren Mitglied im Bund der Vertriebenen, und wurde mit einer Urkunde des Landesverbandes geehrt durch die Kreisvorsitzende Ingrid Kathmann, und mit einem Blumenstrauß vom Ortsvorsitzenden. Eine Laudatio für die Jubilarin hielt die Kreisvorsitzende, die sich besonders für den jahrelangen Einsatz bei allen Veranstaltungen des Vereins ganz besonders bedankte, und ihr noch viele, schöne Vereinsjahre wünschte.


Im Anschluss folgte der Rechenschaftsbericht des Kassenleiters Klaus Kaulen, die Kassenprüfer Erika Herden und Horst Buchaly stellten eine einwandfreie Kassenlage dar und stellten den Antrag auf Entlastung des Vorstands und der Kassenleitung, die erteilt wurde.


Der Vorstand bat um weitere Unterstützung bei der Mitarbeit im Vorstand, es stellte sich eine neue Beisitzerin – Gretel Roßband - zur Verfügung.


Nach dem Rechenschaftsbericht des stellv. Vorsitzenden bedankte dieser sich bei allen ehrenamtlichen Helfern die über das Jahr ihren Dienst für den BdV geleistet haben und den Verein bei den Kranken-, Geburtstags- und Jubiläumsbesuchen unterstützt haben, dem Sammeln für die Tombola beim Weinfest oder aber die Kaffeefahrten organisiert und für das gesellige Miteinander bei der Gesangsgruppe gesorgt haben. Er verwies auf das Jahresprogramm und bat darum, die Veranstaltungen zu besuchen, ebenso die Heimatnachmittage in den Goldenstedter Heimat- und Trachtenstuben. Die Prospekte für die Schlesienfahrt vom 02.Sept. bis 09. Sept. 18 wurden an die Mitglieder verteilt.


Nach dem Schlesierlied, welches wie immer vom Gesangsvater Horst Buchaly angestimmt wurde, war noch ein gemütliches Beisammensein angesagt mit anschließendem Abendessen.

Auch in diesem Jahr finden in den Ostdeutschen Trachten- und Heimatstuben in Goldenstedt/Ambergen wieder zahlreiche Veranstaltungen statt.

Jahresprogramm der Ostdeutschen Trachten- und Heimatstuben Goldenstedt/Ambergen 2018

Die Heimatstuben sind ab März 2018 wieder jeden ersten Mittwoch im Monat, nachmittags von 15.00 bis 17.00 Uhr geöffnet, Kaffee und Kuchen wird angeboten. Die Veranstaltung wird in der Presse angekündigt.

07.März 2018
Heimat zwischen Deutschland, Polen und Europa
Historische Blicke, Geschichtserinnerungen und Erfahrungen der Gastprofessur an der Uni in Lodz/Polen.
Referent Prof. Dr. Joachim Kuropka

04.April 2018
Das Verhältnis zwischen Preußen und Polen im 19. Jhd.
Referent Dr. G. Burmeister, Bad Zwischenahn

02. Mai 2018
Film über die Heimatfahrt der Habelschwerdter 2014
Görlitz, Lomnitz, Bad Altheide, Kudowa, Landeck, Gottwaldhof, Grafenort, Schloß Eisersdorf, Maria Schnee, Habelschwerdt, Glatz, Tscherbeney und Breslau / von H. Dlugay

06.Juni 2018
Zwischen Seelsorge u. Politik in der NS Zeit
Am Beispiel des ermländischen Bischofs Maximilian Kaller 1880-1947 geb. Beuthen O/S
Referent Dr. M. Hirschfeld

24. Juni 2018 Tag der offenen Tür, Beginn 14.00 – 18.00 Uhr
Bilderausstellung: Der Kommunismus in seinem Zeitalter
Mit dem Sturz des Zaren 1917 begann die russ. Revolution. Unter Führung Lenins im heutigen St. Petersburg begann die Oktoberrevolution und somit die Geburtsstunde des Kommunismus. Gezeigt werden 25 Tafeln mit historischem Bildmaterial bis hin zum Kollaps 1989, als sich die Grenzen öffneten und sich neue Perspektiven boten.

Juli + August Sommerpause für die Referenten

06.September 2018
Film 2017 Heimatfahrt Görlitz, Bad Altheide, Habelschwerdter Gebirge,Steinbach mit Holzkirche bei Mittelwalde, die Seefelder bei Grunwald, Habelschwerdt, Schloß Grafenort und Schloß Johannisberg bei Jauernig. Ein Film von H. Dlugay

09. Sept. 2018   Tag des offenen Denkmals, geöffnet v. 14.00 – 18.00 Uhr

10. Oktober 2018
„Erster Weltkrieg und moderne Zeiten 1913 -1930“
Der Film beginnt mit der Schlacht von Tannenberg 1914 und endet mit den Triumphzügen Hitlers durch Masuren.
Ein Film von Hermann Pölking

07. November 2018
„Faszination Kurische Nehrung,
Künstlerkolonie und Vogelwarte vorgestellt vom
Referenten des Ostpreußischen Landesmuseum Dr. C. Hinkelmann

 

05.12.2018
Weihnachtsnachmittag des Kreisverbandes Vechta, Ortverbandes Goldenstedt, mit Gedichten und Liedern in schlesischer und ostpreußischer Mundart, jeder kann etwas dazu beitragen, Beginn ist bereits um 14.00 Uhr.

Anfragen und Reservierungen bitte unter 04444-967 590 oder 04442-5759, Fax 04442-959244, oder E-Mail Bdv.Kathmann(at)gmx.de 
01/2018 Änderungen vorbehalten

70. Geburtstag des Bund der Vertriebenen, Ortsverband Lohne am 10. November 2017

Hierzu war der Bürgermeister der Stadt Lohne Herr Tobias Gerdesmeyer, als Festredner Herr Hans-Georg Niesel, die Kreisvorsitzende des BdV Vechta Frau Ingrid Kathmann, sowie Vertreter beider Kirchen und die Lohner Vereine eingeladen.

Zu Beginn der Veranstaltung war eine Andacht in der ev. Kirche St. Michael. Frau Pastorin Ute Young fand sehr einfühlsame Worte zu Flucht und Vertreibung und dem Schicksal von Mill. ostdeutschen Vertriebenen. Viele der Anwesenden fühlten sich ganz persönlich angesprochen.
Im ev. Gemeinehaus empfing der stellv. Vorsitzende Günter Kathmann anschließend die Gäste und Mitglieder des BdV-Lohne. Herr Gerdesmeyer betonte in seinem Grußwort die schwierige Anfangszeit der Vertriebenen und das nicht immer einfache Miteinander, verwies aber auch auf deren beträchtliche Aufbauleistung in Lohne. In vielfältiger Weise ist der BdV-Lohne seit den 90-ziger Jahren für die Integration der Deutschen aus Russland tätig, und bedankte sich dafür sehr herzlich. Der BdV steht aber auch als Bewahrer der ostdeutschen Kultur und Geschichte. Für die Zukunft wünschte Herr Gerdesmeyer eine Fortsetzung der bisherigen erfolgreichen Arbeit in Lohne.

Als Festredner verwies Hans-Georg Niesel zunächst auf seinen Geburtsort Waldenburg in Schlesien, spannte einen Bogen über die Flucht und Vertreibung der eigenen Familie, der Neuorientierung hier im Westen und seine Amtszeit als Bürgermeister und Stadtdirektor in Lohne. Er thematisierte die existenzielle Not, Heimatverlust und Entwurzelung und dennoch haben die Vertriebenen die Stadt Lohne positiv mitgestaltet und weiterentwickelt. Er erinnerte daran, dass der damalige schlesische Ratsherr und Maler Josef Andreas Pausewang dazu beigetragen hat die Patenschaft mit Mittelwalde auf den Weg zu bringen. Die Hilfstransporte durch den BdV an die polnische Bevölkerung in die Heimatgebiete und die damit verbundene humanitäre Leistung, wurden ebenfalls gewürdigt. Zum Abschluss seiner Rede wünschte Herr Niesel dem Vorstand und allen Mitgliedern weiterhin ein erfolgreiches, ehrenamtliches Engagement und das die Ideale des BdV, auch von der jungen Generation in Ehren gehalten werden.

Die Kreisvorsitzende des BdV Vechta, Ingrid Kathmann, beschrieb die schwierige Lage in Westdeutschland die Millionen von Vertriebenen aufnehmen mussten, alleine in Nieders. 1,8 Millionen, die schlechten Wohnverhältnisse und die fehlenden Nahrungsmittel. Die Unterbringung von ev. Vertriebenen im kath. Kreis Vechta, eine echte Herausforderung. Auch sie verwies auf den Fleiß, die Modernisierung und Industrialisierung durch die Vertriebenen. Ein wichtiges Kapitel war das Lastenausgleichsgesetz 1952. In den Städten im Kreis Vechta und in Lohne wurden Vertriebenensiedlungen gebaut, z.B. die Von-Galen-Siedlung auf dem Mühlenkamp.
Vereine wurden gegründet, DJO – Deutsche Jugend des Ostens –, die Landsmannschaften und natürlich der Bund der Vertriebenen, das war in Lohne 1947. Die Kreisvorsitzende zählte die Aktivitäten des Vereins auf; u.a. die Unterstützung der deutschen Minderheiten in Danzig, Königsberg, Memel und Gumbinnen mit einer Suppenküche. In Goldenstedt unterhält der BdV die Ostdeutschen Trachten u. Heimatstuben, in denen Trachten der Heimatregionen gezeigt werden, aber auch Zeitzeugengespräche für die Schulen angeboten werden. Das Jahresprogramm des BdV-Lohne hat sieben Veranstaltungen plus die Termine der auswärtigen Vereine. Zum Abschluss wünschte sie allen einen schönen Nachmittag in geselliger Runde unter dem Motto „Fern doch treu“.
Der offizielle Teil war somit beendet und Günter Kathmann bedankte sich bei allen Rednern und Herrn Christan Jäger für die musikalische Begleitung.
Ein besonderer Dank an Frau Pastorin Young in Form eines Blumenstraußes und ebenfalls an Herrn Gerdesmeyer für das Geburtstagsgeschenk der Stadt Lohne.