Frau Dr. Loeffke, der Hausherr Michael Gründling, Dr. Uffhausen v.lks.n.r.(Foto: mjg)

Jahreshauptversammlung 2019 der Landesgruppe Niedersachsen der Landsmannschaft Ostpreußen in der Schloßberqer Heimatstube in Winsen

Erhaltung und Pflege der ostpreußischen Kultur müssen im Mittelpunkt der Aktivitäten der Landsmannschaft Ostpreußen auf allen Ebenen stehen. Denn die kulturellen Leistungen, sei  es in der Literatur, in der Malerei oder in der Musik, so wie es auch im Ostpreußischen Landesmuseum neben vielem anderen eindrucksvoll dargestellt wird, zeugen von der jahrhundertealten deutschen Kultur Ostpreußens. Diese Meinung vertraten die Delegierten und zahlreichen Gäste, unter ihnen Niedersachsens BdV-Geschäftsführer Gediga, in der Jahreshauptversammlung 2019 der Landesgruppe Niedersachen, die in der eindrucksvoll gestalteten Heimatstube der Kreisgemeinschaft Schloßberg in Winsen/Luhe unter Vorsitz von Dr. Barbara Loeffke stattfand.
 

Der Kreisvertreter von Schloßberg/Pillkallen, Michael Gründling, zugleich Vorsitzender der Landesgruppe Sachsen-Anhalt, hatte es sich nicht nehmen lassen, selbst an der Versammlung teilzunehmen und in einem Grußwort die Verbundenheit mit der Landesgruppe Niedersachsen zum Ausdruck bringen, wobei er aufmunternde Worte sprach und auf die Pflichten, die uns die  Heimat auferlegt, hinwies. Wie das Leben und die zugehörige Kultur auch in den Städten und Dörfern unserer Heimat in Gewerbe, Land- und Forstwirtschaft Eingang fand, das konnten die Versammlungsteilnehmer in der Schloßberger Heimatstube erfahren.
Zueginn der Versammlung gedachten die Teilnehmer der Landsleute, die im abgelaufenen Jahr abberufen worden sind, die sich seit Jahrzehnten für ihre Heimat aufopferungsvoll eingesetzt haben und nun fern der Heimat ihre letzte Ruhe finden müssen. Ein schwerer Verlust war der Heimgang von Manfred Kirrinnis, der über zwei Jahrzehnte Vorsitzender der Bezirksgruppe Lüneburg war, ebenso der von Roswitha Kulikowski, langjährige Vorsitzende der Gruppe Hannover und von Arnim Fraß, Vorsitzender der Gruppe Gifhorn.
 

Bevor die Vertreter der Bezirks-, Kreis- und Ortsgruppen über ihre Arbeit vor Ort berichten, gab die Landesvorsitzende einen, Überblick über die Aktivitäten des Landesvorstands. Dazu gehörten die Teilnahme und Mitwirkung an überregionalen Veranstaltungen der Landsmannschaft Ostpreußen, an denen anderer Landsmannschaften und des Bundes der Vertriebenen der Ostpreußischen Kulturstiftung und der Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen sowie die Kontaktpflege zu den örtlichen und überörtlichen Vertretern der Parteien und gesellschaftlichen Gruppen.
 

Einen sehr informativen Einblick in das Leben und die Arbeit der Kreis- und Ortsgruppen gaben die Berichte der Vorsitzenden. Trotz rückläufiger Mitgliederzahlen besteht weiter ein reges Vereinsleben. Die Gruppen treffen sich regelmäßig und stellen Ostpreußen in den Mittelpunkt ihrer Veranstaltungen. Die Gruppe Winsen trifft sich in der Schloßberger Heimatstube, die Gruppe Lüneburg in dem zum Ostpreußischen Landesmuseum gehörenden Café Bernstein. Fastnacht, Ostern, Erntedank und Weihnachten sind bei den Gruppen feste Termine im Veranstaltungskalender. Buxtehude macht regelmäßig Fahrten zur Dittchenbühne nach Elmshorn und mehrtätige attraktive Reisen in die nähere und fernere Umgebung, so in diesem Jahr nach Helgoland. Holzminden spannt den Rahmen etwas weiter. Neben dem traditionellen Königsberger Klopse-Essen gab es u.a. Vorträge über die Vögel der Heimat, die Johanniter-Unfallhilfe und „Wozu sind Religionen gut?“ Die Landsmannschaft Ost- und Westpreußen Oldenburg wartete mit einem interessanten und großen Jahresprogramm auf, zu dem gehörte u.a. ein Vortrag über die Vogelwelt in Westpreußen und in Syke, der Historiker Dr.Spatz berichtete über die Wolfskinder, Karl-Georg Mix erinnerte an „Deutsche Flüchtlinge in Dänemark 1945-1949", zusammen mit  der Gemeinschaft der Evangelischen Schlesier wurde eine Fahrt zur St. Hippolyt-Kirche, der ältesten Kirche der Wesermarsch, gemacht. Bei einigen Gruppen stand der Besuch des Ostpreußischen Landesmuseums auf dem Programm. Besonders erfreulich ist, daß viele Gruppen neue Mitglieder, die nicht aus Ostpreußen stammen, gewinnen konnten.
Die notwendigen Regularien wie Kassenbericht, Bericht der Kassenprüfer, Entlastung des Vorstands und Schwerpunkte der zukünftigen Arbeit rundeten den ersten Teil der Versammlung ab.
Zum Schluß gab es den berühmten ,,Pillkaller": Ein Klarer mit einer Scheibe Leberwurst mit Mostrich und schließlich der gemeinsame Gesang des Ostpreußenliedes.
 

Überaus interessierte Zuhörer fand im zweiten Teil der Zusammenkunft der ausgezeichnete Vortrag von Dr. Jörn Barfod vom Ostpreußischen Landesmuseum Des Kaisers Keramik – Cadiner Majolika 1902 – 1944, der mit zahlreichen Bildern, die die ganz Breite der Cadiner Majolika zeigten, angereichert war.
 

B.L.
 

Teilnehmer an der JHV mit Blick auf eine Wandtafel des Kreises Schloßberg(Foto: mjg)