Teilnehmer der Landesdelegiertenversammlung 2018

Ereignis- und erfolgreiche verständigungspolitische Fahrt des BdV Landesverbandes Niedersachsen

Nach bisher vom Landesverband durchgeführten acht entsprechenden Fahrten konnte in der Zeit vom 02.-07.07.2022 eine weitere Fahrt, dank finanzieller Unterstützung durch das Land Niedersachsen, im Rahmen der Kulturförderung gem. § 96 BVFG, angeboten und durchgeführt werden.

Unter der bewährten Leitung des Vorstandes mit Frau Editha Westmann und ihren Vertretern, den Herren Klaus Wiegmann und Peter Winkler sowie dem Geschäftsführer Herrn Michael Gediga konnte diese Fahrt organisiert werden.
28 Mitglieder erlebten, auch vom Wetter begünstigt, inhaltsreiche Tage.

Die Fahrt begann mit dem Besuch des Dokumentationszentrums gegen Flucht und Vertreibung im Deutschlandhaus in Berlin. Die Leiterin, Frau Dr. Gundula Bavendamm, führte die Gruppe persönlich durch das Zentrum und erläuterte die Entstehung, dann aber die unterschiedlichen Ausstellungsbereiche in den zwei Etagen des Hauses. Uns wurde hier eine Erinnerungsstätte vorgestellt, die mit modernsten technischen Möglichkeiten ausgestattet worden ist, die eindeutig Mahnung ist, aber auch Erinnerung an die Gründe hervorrufen und die meist traumatischen Erfahrungen der gewaltsamen Flucht und der Vertreibung in aller Welt verdeutlichten.

Besonderes Interesse fanden die Aussagen in der 2. Etage des Hauses, da dort die dramatischen Ereignisse der deutschen Heimatvertriebenen behandelt werden, die viele Mitreisende durch eigene Erlebnisse bestätigen konnten.
Der Abend wurde benutzt, um sich auf eigenen Wunsch die noch vorhandenen baulichen Orte, die an die Teilung Berlins erinnern, aufzusuchen.

Die anderen Tage führen nach Schlesien. Zuerst wurde in Wahlstatt bei Liegnitz eine Multimediaschau in der ehemals evangelischen Kirche präsentiert mit dem Inhalt der Schlacht der Mongolen gegen das „Abendland“ vom 09.04.1241, die hier seinen westlichsten Wendepunkt erreicht hatte. Nach der Zerstörung des Landes begann die gezielte Besiedlung Schlesiens und die Gründung von deutschen Städten nach Magdeburger Recht.

Weitere Ziele waren dann Breslau, die alte Landeshauptstadt Schlesiens. Hier konnte das pulsierende Leben dieser über 600.000 Einwohner zählenden Stadt, besonders am Ring, allabendlich erlebt werden.
Der Empfang im Generalkonsulat und dort das Referat von Frau Orlowski bildete den Anfang unserer Gespräche und Informationen in Breslau.
Dabei wurden von ihr und einer Mitarbeiterin der umfangreiche Tätigkeitsbereich eines solchen Konsulats erläutert und viele gestellte Fragen fachgerecht beantwortet. Diese dem Auswärtigen Amt zugeordnete Stelle ist für die deutsch-polnischen Belange von großer Bedeutung und dient konkret als Ansprechpartner in den Beziehungen zwischen den beiden Ländern und dabei den staatlichen Stellen, aber auch für Einzelpersonen, sowie besonders der Wirtschaft.

Weiterer Gesprächspartner war Pfarrer Dlugosz, der die evangelischen Christen nicht nur in Breslau, sondern auch in Liegnitz, Lauban, Waldenburg und Bad Warmbrunn seelsorgerisch betreut.
In einem Land wie Polen, in dem die Menschen überwiegend dem katholischen Glauben angehören, ist die hier praktizierte ökumenische Arbeit fast unbekannt und erschwert daher seine Arbeit.
Wichtig ist für ihn, neben der Seelsorge, auch die Unterstützung der Bedürftigen in Breslau mit einer Suppenküche und nahes Ziel ist einen Kindergarten in z.Zt. leeren Räumen aufzubauen.

Weiter war der Besuch auf dem ehemaligen Gutshof der Familie von Moltke in Kreisau bei Schweidnitz und der Vortrag über das Entstehen und die Aufgaben des Kreisauer Kreises, dem Widerstandskreis gegen die NS Diktatur, sehr wichtig und aufschlussreich.
Dieser Bereich wurde nach der politischen Wende für die Versöhnungsmesse am 12.11.1989 mit dem deutschen Bundeskanzler Helmut Kohl und dem polnischen Ministerpräsidenten Tadeusz Mazowiecki hergerichtet und dient heute als deutsch-polnische Jugendbegegnungsstätte.

In Trebnitz, nahe Breslau, wurde das Kloster besichtigt, in dem in einem Sarkophag die Schutzpatronin Schlesien, die Heilige Hedwig ruht. Sie wird als Symbol der Verständigung zwischen Polen und Deutschen gesehen und von beiden Völkern geachtet. Sie stammt aus einer süddeutschen Adelsfamilie und wuchs auf Schloss Andechs am Ammersee auf. Sie hat durch ihre Arbeit und ihr Wirken noch heute eine ausstrahlende Kraft.

Nicht unerwähnt bleiben darf die fachkundige Führung durch die Stadt Breslau durch Frau Aldona Monieta, die uns auf das Denkmal des polnischen Kardinals Boleslaw Kominek aufmerksam machte, der die inhaltsreichen und am Denkmal in polnisch und deutsch zu lesenden Worte sagte: „Wir vergeben und bitten um Vergebung“. Gerade diese Worte in einer schwierigen Zeit auszusprechen, sollte auch heute die politischen Verantwortlichen verpflichten.
Die unzähligen in Breslau aus Bronze aufgestellten kleinen Zwerge, in unterschiedlicher Weise dargestellt, erinnern an die Menschen des Aufbegehrens in der kommunistischen Zeit.

Diese Reise zeigte uns nebenbei auch die Schönheiten des Landes.

Ähnliche Reisen anzubieten, ist eine bleibende Verpflichtung, da der örtliche Kontakt, das persönliche Gespräch und der Austausch von Argumenten zwischen den Menschen und ihren Institutionen sehr wichtig ist und bleibt.

Peter Winkler

 

Dokumentationszentrum in Berlin
Begrüßung im Foyer
Raum der Stille
Führung durch die Ausstellung
Museum in Wahlstatt
Vortrag im Generalkonsulat
auf der Gartentreppe de Generalkonsulats
Breslau: der Ring mit Stahlbetonbau aus den 1930ern
kleine Bronzefiguren
die Dominsel
bei der ev. Kirchengemeinde, lks. Pfarrer Dlugosz
Sarkophag der hl. Hedwigin der Klosterkirche Trebnitz
Herrenhaus Kreisau: Gemälde im Treppenaufgang, Napoleon im brennenden Lübeck, rechts unter von Moltke als Kind
auf der gegenüberliegenden Seite ds Treppenaufgangs General von Moltke in Paris vor dem Triumpfbogen 1871
Gedenktafel am Berghaus, dem Treffpunkt des "Kreisauer Kreises"

Wanderausstellung „Kann Spuren von Heimat enthalten“ bei Möbel Hesse eröffnet

Zu der Eröffnung der Ausstellung „Kann Spuren von Heimat enthalten“ waren zahlreiche Gäste auf Einladung der Niedersächsischen Landesvorsitzenden des Bundes der Vertriebenen, Editha Westmann, in den Naturpavillon bei Möbel Hesse gekommen. Diese beeindruckende Ausstellung wird erstmalig in Niedersachsen gezeigt. Sie wurde im Haus Deutscher Osten in München konzipiert und bietet dem Besucher der Ausstellung auf 16 Stellflächen einen interessanten Einblick in die Ess- und Trinkkultur der deutschen Heimatvertriebenen und Aussiedler. Im Rahmen der Eröffnungsfeier berichtete Editha Westmann, dass die Ausstellung bereits 2021 gezeigt werden sollte, jedoch aufgrund der pandemischen Lage um ein Jahr verschoben werden musste und nun zeitgleich zum Tag der Niedersachsen an den Start gehen konnte. Sie habe bei der Planung der Ausstellung nach einem Ort gesucht, der Heimatverbundenheit ausstrahlt, über ein besonderes Ambiente verfügt, Publikumsverkehr hat, gut erreichbar ist und den Besuchern ein rundherum Wohlfühlpaket bietet. Schnell sei sie bei diesen Anforderungen auf Möbel Hesse gestoßen. Dort zeigte man von der Idee einer solchen Ausstellung begeistert. „Der Naturpavillon ist perfekt für unsere Ausstellung. Ich freue mich sehr und bin Herrn Hesse und seinen Mitarbeitenden ausgesprochen dankbar für die hervorragende Zusammenarbeit und die große Unterstützung, damit dieses Projekt überhaupt realisiert werden konnte.“, so Editha Westmann.

Auch der Garbsener Bürgermeister Claudio Provenzano war unter den Gästen und betonte in seinem Grußwort unter anderem, wie schwer das Schicksal des Heimatverlustes sei. Er hoffe, dass die aus der Ukraine geflüchteten Menschen bald wieder in ihre Heimat zurückkehren können und nicht ihre Heimat für immer verlieren, wie die Heimatvertriebenen und Flüchtlinge am Ende des Zweiten Weltkrieges. Pfarrer Christoph Lindner aus Garbsen, der selbst schlesische Wurzeln hat, berichtete in einer sehr emotionalen Rede von dem Schicksal seiner Familie und der eigenen Verbundenheit zu Schlesien. Natürlich habe auch er durch seine Eltern die schlesische Küche kennen und schätzen gelernt. Doch die persönliche Bindung an die alte Heimat sei durch die Erzählungen der Eltern entstanden. Es sei stolz darauf schlesische Wuzeln zu haben. 

Lilia Antipow, Leiterin der Bibliothek und der Medienabteilung im Haus Deutscher Osten in München war extra zur Eröffnung der Ausstellung angereist und führte die Gäste in die Ausstellung ein. Hungerjahre und Überfluss, Familienrezepte, die Wiedergründung von Firmen und die Herstellung altbekannter Produkte, Identitätserhalt und Integration – all das bestimmte das Leben und den Alltag vieler Deutscher aus dem östlichen Europa, ob sie nach 1945 als Flüchtlinge und Vertriebene oder im Lauf der folgenden Jahrzehnte als Aussiedler und Spätaussiedler nach Deutschland kamen.

Die Ausstellung „Kann Spuren von Heimat enthalten“ zeigt neben diesen Themen auch die landwirtschaftliche Vielfalt der Herkunftsregionen der Deutschen aus dem östlichen Europa und stellt typische Gerichte vor, seien es aufwendige Resteessen, Knödel und Nocken, Klopse oder die süßen Bienenkörbe und Damenkaprizen. Die Kartoffel war allerdings in allen Regionen ein wichtiges Grundnahrungsmittel. Daher steht sie auch im Mittelpunkt der Ausstellung. Neben den Stellwänden sind in einer Vitrine und in einem Regal Exponate zum Thema zu sehen, hinter denen zum Teil ganz besondere Geschichten oder Erinnerungen stecken. Die Exponate wurden leihweise aus dem Privatbesitz von Peter Winkler aus Rössing und Dr. Idis Hartmann, die mit über 90 Jahren noch immer das Heimatmuseum in Bad Zwischenahn betreibt, zur Verfügung gestellt.

Der Hausherr des Veranstaltungsortes, Robert Andreas Hesse, eröffnete die Ausstellung im Anschluss. Er betonte, dass es ihm stets wichtig sei, Menschen zusammenzubringen, um ein gutes Miteinander zu leben. Eine Ausstellung sei eine hervorragende Gelegenheit dazu.

Die Eröffnung wurde musikalisch von dem Duo Bernsteinmosaik aus Garbsen begleitet. Beide Musiker haben einen direkten Bezug zum Thema Heimatvertreibung und Aussiedlung. Alexander Barsch, dessen Großmutter aus Westpreußen stammt und im Zuge des Zweiten Weltkrieges fliehen musste, verarbeitet die Erinnerungen der Oma in seinen Kompositionen. Oxana Voytenko kam 2010 aus Kaliningrad (ehemals Königsberg in Ostpreußen) mit ihren Eltern nach Deutschland. Sie ist bereits seit der frühen Kindheit eng mit der Musik verbunden. Das wundervolle öffentliche Konzert zur Ausstellung bei Möbel Hesse wurde durch das Projekt „Niedersachsen dreht auf“ vom Land Niedersachsen unterstützt.

Editha Westmann bedankte sich bei den Rednern der Eröffnungsveranstaltung mit einem Augenzwinkern und - ganz dem Thema angepasst - mit einer Tüte Frühkartoffeln aus der Region.

Für den Herbst planen Robert Andreas Hesse und Editha Westmann bereits das nächste Event. In der Kochschule sollen Gerichte aus den ehemaligen deutschen Gebieten angeboten werden.

Die Ausstellung ist inzwischen beendet und hat eine hohe Resonanz gefunden.

 

Begrüßung durch Editha Westmann
Grußwort Bürgermeister Claudio Provenciano
Pfarrer Christoph Lindner
Bernstein Duo mit Gästen Foto: Helmut E. Papke
Lilia Antipow, HdO München, Einführung in das Ausstellungsthema
Vitrine mit Ausstellungsstücken
Begrüßung durch den Hausherrn, Robert Andreas Hesse
Editha Westmann mit Kartoffel-Geschenktüte
Editha Westmann überreicht eine extra Geschenktüte an Robert Andreas Hesse
Gruppenbild v.lks. Robert Andreas Hesse,Lilia Antipow, Editha Westmann, Claudio Provenciano, Pfarrer Christoph Lindner

Buchlesung mit Rafal Dutkiewicz im Bürgerhaus in Bissendorf am 16.06.2022 um 17 Uhr

Von 2002 bis 2018 war Dr. Rafal Dutkiewicz Stadtpräsident von Wroclaw (Breslau). Während seiner Amtszeit erlebte die niederschlesische Hauptstadt einen atemberaubenden wirtschaftlichen und kulturellen Aufschwung zu einer der blühenden Metropolen in Europa. Nun besucht Dutkiewicz auf Einladung der Niedersächsischen Landesbeauftragten für Heimatvertriebene Spätaussiedlerinnen und Spätaussiedler, Editha Westmann MdL, die Wedemark.
Rafal Dutkiewicz hat nach seiner Amtszeit ein beeindruckendes Buch mit dem Titel „Der Zauberer aus Breslau“ geschrieben, das im Herbst 2021 erschienen ist. Dazu Zu dieser besonderen Lesung laden  Editha Westmann und der Bürgermeister der Gemeinde Wedemark, Helge Zychlinski, alle Interessierten herzlich ein.

Tag der Niedersachsen vom 10. - 12. Juni 2022 in Hannover

Besuchen Sie den BdV am Gemeinschaftsstand, den wir uns unter anderem mit der Landesbeauftragten Frau Westmann und der Landsmannschaft Schlesien teilen. Sie finden uns gegenüber vom

NDR Landesfunkhaus, Rudolf-von Bennigsen-Ufer 22.

Wir freuen uns auf Sie!

Wir laden ein zu einem Besuch der Wanderausstellung vom 09. bis 18. Juni 2022

im Naturpavillon bei Möbel Hesse in Garbsen-Berenbostel

In der Ausstellung werden Themen wie Hungerjahre und Überfluss, Wiedergründung von Firmen und Herstellung altbekannter Produkte, Identitätserhalt und Integration der im Zuge des Zweiten Weltkrieges vertriebenen, geflüchteten und deportierten Deutschen aufgegriffen.

Die landwirtschaftliche Vielfalt der Herkunftsregionen der Deutschen aus dem östlichen Europa wird beschrieben und typische Gerichte aus diesen Gebieten werden vorgestellt. Die kulinarischen Traditionen unterscheiden sich stark nach den einzelnen Regionen. Allerdings bildet die Kartoffel eine Konstante, die in allen Gebieten eine wichtige Rolle gespielt hat.

Flucht und Vertreibung am Ende des Zweiten Weltkrieges haben aufgrund des brutalen Krieges in der Ukraine einen aktuellen Bezug erhalten, den wir zu Beginn unserer Planung für die Ausstellung nicht für möglich gehalten haben.

Der Besuch der Ausstellung während der Öffnungszeiten des Möbelhauses ist kostenlos und selbsterklärend.

Das Möbelhaus Hesse findet sich direkt an der B 6 in Garbsen-Berenbostel.

 

Das Möbelhaus Hesse findet sich direkt an der B 6 in Garbsen-Berenbostel.

Bund der Vertriebenen zeigt Sonderausstellung „Kann Spuren von Heimat enthalten“

BdV Niedersachsen: Presseinformation vom 26. Mai 2022

Schau im Naturpavillon von Möbel Hesse dreht sich um kulinarische Traditionen der Deutschen in Osteuropa - und um Identität und Integration / Zeitzeugengespräche sind möglich

Garbsen. „Kann Spuren von Heimat enthalten“ – so heißt die Sonderausstellung, die der Bund der Vertriebenen (BdV) vom Donnerstag bis Sonnabend, 9. bis 18. Juni, im Naturpavillon von Möbel Hesse zeigt. Dabei geht es nicht nur um Kulturgut für den Kopf, sondern auch für Leib und Seele. Die Ausstellung, konzipiert vom Haus des Deutschen Ostens in München, setzt sich mit Essen und Trinken der Menschen aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten auseinander - und mit ihrer Identität und Integration. Auf Wunsch berichten Zeitzeugen aus ihren Erinnerungen und Erfahrungen von Flucht und Vertreibung. „Flucht und Vertreibung sind prägende, meist sogar traumatisierende Schicksale“, betont Editha Westmann, Landesvorsitzende des BdV, die die Ausstellung erstmals nach Niedersachsen geholt hat. „Die aktuelle Situation rund um den Krieg in der Ukraine sowie die Fluchtbewegung von dort haben die Aktualität der Ausstellung noch einmal erhöht.“

„Essen und Trinken ist ein ganz spezielles, zutiefst in der Seele eingewobenes Kulturgut“, sagt Westmann. „Und fast jeder hat wohl ein Gericht der Mutter oder Oma im Kopf, das diese These bestätigt.“ So gibt die Schau auch einen Einblick in Familienrezepte wie Königsberger Klopse, böhmische Knödel, Süßspeisen mit Mohn oder Kartoffelsalat nach schlesischer Art – Gerichte, die sich auch heute noch großer Beliebtheit erfreuen. Jeder vierte Niedersachse habe einen direkten Bezug zu Menschen aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten, so Westmann.

Die Sonderausstellung zeigt anschaulich, wie die Hungerjahre und später das sogenannte Wirtschaftswunder das Leben der Heimatvertriebenen, Geflüchteten, Aussiedler und Spätaussiedler prägten. Diese brachten nach dem Zweiten Weltkrieg als „ideelles Gepäck“ nicht nur eigene Küchentraditionen und Rezepte mit, sondern auch unternehmerisches Know-How. Die Ausstellung zeigt auf, dass auch heute noch viele „ostdeutsche Spuren“ in den Regalen von Lebensmittelgeschäften zu finden sind.

Die Schautafeln der Ausstellung präsentieren auch die große Vielfalt der kulinarischen Traditionen. „Ob im Baltikum, Ostpreußen, Pommern, Russland, Schlesien, Böhmen, Mähren, in der Slowakei, Ungarn, Jugoslawien oder Rumänien – in all diesen Gebieten gab es jeweils zahlreiche Spezialitäten, bedingt durch die spezielle Flora, Fauna und Struktur der Landwirtschaft oder auch durch die Vorliebe für bestimmte Lebens- und Genussmittel“, berichtet Michael Gediga, Geschäftsführer des BdV Niedersachsen.

Zahlreiche Exponate wie zeitgenössisches Kochgeschirr von vor 1945 und kulinarische Spezialitäten der Deutschen in Osteuropa bereichern die Ausstellung. Auch ein Heft mit Rezepten ist erhältlich.

Anlass der Sonderausstellung ist das 75-jährige Bestehen des Landes Niedersachsen. Die Ausstellung läuft parallel zum Tag der Niedersachsen, der vom 10. bis 12. Juni in Hannover gefeiert wird.

Zur Ausstellungseröffnung am 9. Juni werden geladene Gäste aus Politik, Gesellschaft und Wirtschaft erwartet, das Duo Bernsteinmosaik mit Sängerin Oxana Voytenko und Pianist Alexander Barsch begleitet musikalisch.

 

Info: Besuche der Ausstellung sind möglich zu den üblichen Öffnungszeiten des Möbelhauses an der Robert-Hesse-Straße 3 von 10 bis 19 Uhr. Größere Gruppen sollten sich anmelden. Die Ausstellung ist auch für Schülerinnen und Schüler der weiterführenden Schulen geeignet. Der BdV organisiert zudem Diskussionsrunden und Gespräche mit Zeitzeugen und der Bdv-Landesvorsitzenden Westmann, die auch Niedersächsische Landesbeauftragte für Heimatvertriebene und Spätaussiedler ist. Die Zeitzeugen berichten von Erinnerungen an Flucht oder Vertreibung, vom Ankommen im Westen und von der eigenen identitätsstiftenden Kultur.

Anmeldungen sind möglich unter Telefon (05130) 585331 und per E-Mail an kontakt(at)editha-westmann.de.
 

Ihre Ansprechpartner:

Editha Westmann, MdL
Landesvorsitzende BdV
Tel: 05130-585331
kontakt(at)editha-westmann.de

Möbel Hesse
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Jutta Grätz, Tel. (0511) 27978-1213, Mobil (0162) 3825952
Robert-Hesse-Straße 3
30827 Garbsen
jutta.graetz(at)moebel-hesse.de

Kündigen die Ausstellung „Kann Spuren von Heimat enthalten“ an: Möbelhaus-Chef Robert Andreas Hesse (von links), die BdV-Landesvorsitzende Editha Westmann und Michael Gediga, Geschäftsführer des BdV Niedersachsen.
Der BdV zeigt die Ausstellung „Kann Spuren von Heimat enthalten“ vom 9. bis 18. Juni im Naturpavillon bei Möbel Hesse in Garbsen.

„Geflohen, vertrieben – angekommen!?“

ABSCHLUSSVERANSTALTUNG IM LEIBNIZHAUS HANNOVER

Flucht, Vertreibung und Deportation haben in den letzten acht Jahrzehnten Millionen Menschen schwer traumatisiert. Flüchten müssen, deportiert oder vertrieben werden, ankommen und neu beginnen, wo man nicht unbedingt willkommen ist – diese Erfahrung prägt Menschen über Generationen. Heimat bedeutet Wurzeln, Familie und Freundschaften haben, Geborgenheit und Sicherheit spüren. Heimat ist für die meisten Menschen ein existenzielles Gefühl. Angesichts des Krieges in der Ukraine sind solche Feststellungen von schockierender Aktualität.

Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, der Bund der Vertriebenen und die Niedersächsische Landesbeauftragte für Heimatvertriebene und Spätaussiedler haben am 6. Mai 2022 ihr Gemeinschaftsprojekt „Geflohen, vertrieben – angekommen!?“ mit einer Abschlussveranstaltung im Leibnizhaus Hannover gewürdigt.

Die Veranstaltung umfasste ein dreieinhalbstündiges Festprogramm. Es wirkten die Vizepräsidentin des Niedersächsischen Landtags, Meta Janssen-Kucz, der stellvertretende Landesvorsitzende des Volksbundes in Niedersachsen, Burkhard Jasper, sowie die Niedersächsische Landesbeauftragte für Heimatvertriebene, Spätaussiedlerinnen und Spätaussiedler, Editha Westmann, mit. Die Fachvorträge hielten Prof. Dr. Michael Hirschfeld (Universität Vechta) und Prof. Dr. Jochen Oltmer (Universität Osnabrück). In einer Gesprächsrunde berichteten aus Ostpreußen, der ehemaligen Sowjetunion, Vietnam und Saudi-Arabien stammende Betroffene von ihren Flucht-, Deportations- und Vertreibungserfahrungen. Außerdem schilderte ein Dokumentarfilmer seine aktuellen Erfahrungen aus der Flüchtlings- und Ukrainehilfe.

Veranstaltungsmitschnitt: www.youtube.com/watch?v=FfNasnaaWOQ

Weitere Informationen zu dem Gemeinschaftsprojekt unter:

www.geflohen-vertrieben-angekommen.de

 

Delegiertenversammlung BdV-Landesverband Niedersachsen e. V.

Die Landesdelegiertenversammlung des BdV mit anschließendem Kulturkongress fand am 07.05.2022 im Stadtteilzentrum Lister Turm in Hannover statt.

Nach der Begrüßung und Eröffnung der Versammlung durch die Landesvorsitzende Editha Westmann, fand der stellvertretende Landesvorsitzende Peter Winkler bewegende Worte zum Gedenken an die im Berichtsjahr verstorbenen BdV-Mitglieder, BdV-Gliederungen und Mitglieder der Landsmannschaften, sowie für alle vom Dachverband vertretenen Heimatvertriebene, Flüchtlinge, Aus- und Spätaussiedler und deren Angehörige. Er bezog auch die zahlreichen Opfer des brutalen Krieges in der Ukraine in die Totenehrung ein.

Es folgten die Feststellung der ordnungsgemäßen Einladung, der Tagesordnung sowie der Beschlussfähigkeit. Die Niederschrift der Landesdelegiertenversammlung vom 27.08.2021 wurde ohne Anmerkungen gebilligt.
Das Tagungspräsidium setzte sich durch die Wahl der Delegierten aus Frau Editha Westmann, Herrn Peter Winkler und Herrn Michael Gediga zusammen. Herr Winkler führte ebenfalls nach der Abstimmung der Anwesenden das Protokoll.
Da keine Anträge gestellt worden waren und keine Wahlen anstanden, entfiel die Wahl der Mandats- und Antragsprüfungskommission sowie der Stimmzähler.

Die Landesvorsitzende Frau Editha Westmann bedauerte, dass die Vereinsarbeit im Berichtsjahr durch den Winter, besonders aber durch die Bestimmungen aufgrund der Corona-Pandemie sehr gelitten habe und die Veranstaltungen, wie z. B. das Adventstreffen des Landesverbandes ausfallen oder vertagt werden mussten. Im Vordergrund der zum Teil spontanen Absagen von Veranstaltungen, stand stets die Verantwortung für die Gesundheit der Teilnehmenden. 
Die Landesvorsitzende berichtete von der Pensionierung des langjährigen Leiters des Grenzdurchgangslagers Friedland, Herrn Heinrich Hörnschemeyer, der für den BdV stets ein kompetenter und zuverlässiger Ansprechpartner war. Seine Nachfolge hat Herr Klaus Siems angetreten, der sich allerdings erst in die umfangreichen Abläufe und Aufgabenbereiche einarbeiten muss.
Ende April fand in Berlin die Klausurtagung des Bundesausschusses mit dem BdV-Jahresempfang statt. Die Mitglieder des Bundesausschusses trafen sich in den Räumen der „Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung“ und wurden dort von der Direktorin Frau Gundula Bavendamm begrüßt und über die Arbeit des Dokumentationszentrums im ersten Jahr nach der Eröffnung informiert. Der Präsident des BdV, Professor Bernd Fabritius berichtete über seine Abberufung als Bundesbeauftragter für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten. Die Abberufung erfolgte zu einer Zeit, in der das Netzwerk und die herausragenden Kenntnisse Fabritius insbesondere mit Blick auf den Ukraine-Krieg von großem Wert gewesen wären. Doch aufgrund des politischen Willens der SPD-geführten Bundesregierung wurde das Amt der unerfahrenen 29-jährigen Bundestagsabgeordnete Natalie Pawlik, die eine Spätaussiedlerhintergrund hat, übertragen.
Im Rahmen des Jahresempfanges, der seit 14 Jahren erstmals ohne Bundeskanzler stattfand, wurden die Anwesenden von der Ministerin des Inneren und für Heimat, Nancy Faeser, begrüßt. Der BdV-Präsident Fabritius überreichte im Anschluss an seine hervorragende Ansprache die Ehrenplakette des BdV an Herrn Dr. Alfred Eisfeld aus Hessen, um die herausragende wissenschaftliche Arbeit Eisfelds zu würdigen.

Positiv wurde die Zusammenarbeit mit dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge und dem Büro der Landesbeauftragten für Heimatvertriebene, Spätaussiedlerinnen und Spätaussiedler, bezüglich des Projektes „Geflohen, vertrieben, angekommen“, gesehen, das zwar digital, aber immerhin in 20 Volkshochschulen thematisiert worden war und Anfang Mai mit einer eindrucksvollen Abschlussveranstaltung im Leibnizhaus der Universität Hannover zu Ende ging.
Abschließend kündigte Frau Westmann an, dass sie im Herbst nach fast 20 Jahren Parlamentszugehörigkeit nicht erneut für ein Mandat im Landtag kandidieren wird. 

Da der Landesschatzmeister, Herr Klaus Wiegmann, aufgrund einer Kur nicht anwesend war, wurde der Kassenbericht und der Haushaltsplan von Herrn Gediga vorgetragen. Nach dem Bericht der Kassenprüfung stellt Herr Folger den Antrag zur Entastung des Vorstandes, was nach der Aussprache zu den Berichten unter Enthaltung des geschäftsführenden Vorstandes einstimmig erfolgte. Der Haushaltsplan für 2022 wurde ebenfalls einstimmig genehmigt.

Die Landesvorsitzende Frau Editha Westmann verwies auf die zu erwartende Ausstellung „Kann Spuren von Heimat enthalten“ des Landesverbandes mit Material des Hauses des deutschen Ostens aus München, die vom 09.- 18.06.2022 im Möbelhaus Hesse in Garbsen an der B 6 präsentiert werden soll, ergänzt um Material z. B. aus der Heimatstube in Bad Zwischenahn von Frau Dr. Hartmann und von Herrn Winkler. 
Im Zuge der Ausstellung ist der Besuch des ehemaligen Stadtpräsidenten von Breslau Herrn Rafal Dutkiewicz geplant, der im Rahmen einer Lesung über das von ihm heraus gegebenen Buches „Der Zauberer von Breslau“ berichten wird. 
Die Vorbereitungen für den „Der Tag der Niedersachsen“ vom 10.-12.06.2022 verlaufen laut Frau Westmann gut. Der BdV wird gemeinsam mit den Landesbeauftragten Westmann und Schröder-Köpf sowie den Landsmannschaften Schlesien und der Deutschen aus Russland in mehreren Pavillons in Höhe des NDR Funkhauses zu finden sein. Außerdem wird die Landsmannschaft Schlesien anlässlich der Patenschaft des Landes Niedersachsen gemeinsam mit der Landesbeauftragten Westmann am 12. Juni einen Bühnenauftritt haben, um das abwechslungsreiche und wunderschöne Schlesien vorzustellen. 
Frau Westmann gab weitere Termine des Bundes- und Landesverbandes bekannt und machte auf die verständigungspolitische Reise nach Berlin und Breslau 02.- 07.07.2022 aufmerksam. Abschließend machte Frau Westmann auf die Gedenkveranstaltung für die Opfer von Flucht und Vertreibung am 20. Juni 2022 in Berlin aufmerksam.
Unter Verschiedenes wurde um den pünktlichen Versand des Verbandsblattes BdV Aktuell durch die Druckerei gebeten.

Im Rahmen des Kulturkongresses referierte Herr Burghard Gieseler, 1. Vorsitzender der Kreisgemeinschaft Osterode Ostpreußen e. V. zum Thema „Geschichte und Kultur der Stadt Osterode in Ostpreußen und Umgebung“.
Herr Gieseler, „Nachgeborener“ seiner aus Ostpreußen stammenden Eltern, hat das Interesse an Ostpreußen vor einigen Jahren als „Erbe“ seines Vaters übernommen und seitdem zahlreiche Reisen mit ausgiebigen Recherchen nach und in Ostpreußen, insbesondere im Kreis Osterode, durchgeführt.

Herr Gieseler informierte in einem kurzweiligen und von großer Kenntnis zeugendem Vortrag über die Geschichte Ostpreußens und nannte wichtige historische Daten und Fakten. Er erläuterte die örtlichen Begebenheiten der Gebiete Masuren, Ermland und Oberland. Nicht vergessen wurde die Sehenswürdigkeiten, wie beispielsweise die Schlösser Finkenstein oder Schlobitten, aber auch das Museumsdorf Hohenstein, besonders aber das Denkmal von Tannenberg und die Pionierleistung des Konstrukteurs Stehnke über den Oberländischen Kanal, der weltweit seinesgleichen sucht, denn hier werden bis heute Schiffe über Land von einem zum anderen See gezogen.
Zum Abschluss ging Herr Gieseler auf die erfolgreiche Arbeit seiner seit 1950 bestehenden Kreisgemeinschaft Osterode ein und betonte die gute Zusammenarbeit mit der Stadt Osterode im Harz und der Stadt Osterode in Ostpreußen.

 

Teil der Versammlung
Vorstand mit Frau Westmann und Herrn Winkler zugleich Protokollführer
Referent Herr Burghard Gieseler

Ausstellung im niedersächsischen Landtag „Vom Ihr zum Wir“ - Niedersachsen und seine Heimatvertriebenen

Eine Ausstellung des Museumsverbandes Niedersachsen / Bremen in Kooperation mit der Landesbeauftragten für Heimatvertriebene und Spätaussiedler, Editha Westmann und dem Bundesinstitut für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa in Oldenburg

Für die meisten Flüchtlinge und Vertriebenen war der Anfang im Westen schwer. Es mangelte an Nahrungsmitteln, Wohnraum und Arbeit. Die Einheimischen waren überwiegend abweisend. Der Krieg hatte auch im Westen viel Zerstörung gebracht und so war es eine große Herausforderung, die Einheimischen und die Neubürgerinnen und Neubürger mit den sehr begrenzt zur Verfügung stehenden Ressourcen zu versorgen.
Doch die Heimatvertriebenen nahmen ihr Schicksal in die Hand und trugen maßgeblich zum Wiederaufbau des Landes bei. Wie stark Niedersachsen vom Einfluss der Vertriebenen und Flüchtlinge geprägt wurde, wird in der Ausstellung deutlich.
Editha Westmann: „Niedersachsen und seine Heimatvertriebenen, das ist eine Verbindung, die es verdient, zum 75. Landesjubiläum mit einer eigenen Ausstellung gewürdigt zu werden. Jeder vierte Niedersachse hat familiäre Wurzeln in den ehemals östlichen deutschen Reichs- und Siedlungsgebieten. Ohne die Heimatvertriebenen und ihre Nachkommen wäre das Land Niedersachsen heute nicht vorstellbar. Doch der Weg dahin war lang. Für die Heimatvertriebenen war er gezeichnet vom Aushalten eines schmerzenden Verlustes, von einem unbedingten Blick nach vorn und einer enormen Wiederaufbauleistung an neuer Wirkungsstätte.“ 

Die Ausstellung wird von einem umfangreichen Katalog mit vertiefenden Beiträgen begleitet. Die Ausstellung entstand in dem vom Museumsverband für Niedersachsen und Bremen e. V. getragenen Projekt „Herkunft.Heimat.Heute“, das sich der nachhaltigen Sicherung der niedersächsischen Heimatsammlungen aus den historisch ostdeutschen Gebieten widmet.

Im Rahmen der Ausstellungseröffnung am 25. Oktober 2021 im Niedersächsischen Landtag: Editha Westmann MdL (Niedersächsische Landesbeauftragte für Heimatvertriebene und Spätaussiedler), Prof. Matthias Weber (Bundesinstitut für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa, Dr. Barbara Magen und Natalie Reinsch (Ausstellungsgestalterinnen), Vizepräsident des Niedersächsischen Landtags, Bernd Busemann, Projektpartnern Prof. Rolf Wiese (Museumsverband für Niedersachsen und Bremen)

 

Gottesdienst soll an Flucht, Vertreibung, Deportation und Ankommen erinnern

Am 20.11.2021 um 11 Uhr in der Marktkirche Hannover

In diesem Jahr besteht das Land Niedersachsen 75 Jahre. Als am 01. November 1946 durch Verordnung der Britischen Militärregierung das Land mit seiner Hauptstadt Hannover gegründet wurde, erwarteten die erste Landesregierung große Herausforderungen. Die Kriegsschäden waren allgegenwärtig und es herrschte ein großer Mangel an Arbeit, Wohnraum, Kleidung, medizinischer Versorgung und Nahrungsmitteln. Zu der Zeit waren bereits tausende Flüchtlinge und Vertriebene nach Niedersachsen gekommen oder waren auf dem Weg dorthin.

Die Ankunft der Vertriebenen und Flüchtlinge war oftmals von der Ablehnung der einheimischen Bevölkerung begleitet. Nur selten trafen die Ankommenden auf ein wenig Menschlichkeit. Doch die Vertriebenen und Flüchtlinge nahmen ihr Schicksal in die Hand und halfen unermüdlich beim Aufbau des Landes Niedersachsen. Niedersachsen hat den Vertriebenen und Flüchtlingen viel zu verdanken. Aus diesem Anlass laden der Landesbischof der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannover, Ralf Meister, und die Landesbeauftragte für Heimatvertriebene, Spätaussiedlerinnen und Spätaussiedler, Editha Westmann, zu einem Gedenk-Gottesdienst am 20. November 2021 um 11.00 Uhr in die Marktkirche nach Hannover ein. „Mit diesem Gottesdienst wollen wir an die Ankunft von vielen tausend Vertriebenen und Flüchtlingen in Niedersachsen erinnern. Wir möchten zudem auch die Deutschen aus Russland einbeziehen, die 1941 aufgrund des Stalin-Erlasses in der ehemaligen Sowjetunion entrechtet und deportiert wurden. Heute leben in Niedersachsen ungefähr 350.000 Aussiedler und Spätaussiedler. Jeder zweite Niedersachse hat einen familiären Bezug zu Flucht und Vertreibung. Daher ist der Gottesdienst ein wichtiges Zeichen für die Erlebnisgeneration aber auch für die nachfolgenden Generationen“, so Editha Westmann.

Bitte richten Sie Ihre Anmeldung zum Gottesdienst bis zum 10.11.2021 an das Büro der Landesbeauftragten Westmann (Buero.Landesbeauftragte@mwk.niedersachsen.de) oder an die BdV-Landesgeschäftsstelle (info@bdv-ni.de, montags von 9.00 bis 12.00 telefonisch unter 0511-4706610 / sonst Anrufbeantworter).

Landesdelegiertenversammlung und Kulturkongreß 2021

Landesdelegiertenversammlung fand wieder in Präsenz statt

Die Landesdelegiertenversammlung des BdV-LV-Niedersachsen konnte am 27. August 2021 wieder in Form einer Präsenzsitzung im Veranstaltungszentrum Lister Turm in Hannover stattfinden.
Die Landesvorsitzende Editha Westmann begrüßte die Anwesenden und berichtete über die Arbeit des Landesverbandes während der schwierigen Zeit in der Pandemie. Editha Westmann begrüßte es sehr, dass nun auch langsam wieder einige Kreis- und Ortsverbände des BdV und der Landsmannschaften Veranstaltungen anbieten würden.
Leider sei der Tag der Niedersachsen auf das nächste Jahr verschoben worden, sodass die geplanten Aktivitäten des BdV zum Landesfest, wie die Erstellung eines Rezeptheftes und die Ausstellung „Kann Spuren von Heimat enthalten“, auch erst im kommenden Jahr umgesetzt werden können.
Editha Westmann berichtete von dem Gemeinschaftsprojekt des Volksbundes, der Landesbeauftragten und des BdV „geflohen, vertrieben, angekommen“. Bei dem digitalen Projekt handelt es sich um fünf Webinare, bei denen Zeitzeugengespräche von ihrer Erfahrung mit Flucht, Vertreibung und Deportation erzählen. Es wird der Zeitraum von 1945 bis heute betrachtet. Im ersten Webinar war unter anderem die 95-jährige Elionore Surek zu sehen, die aus Schlesien stammt. Für September bis Dezember 2021 plant der BdV-Landesverband einige Aktivitäten, wie den Tag der Heimat, die beliebte Weihnachtsfeier und die verständigungspolitische Reise nach Görlitz / Schlesien. Eine Reise nach Berlin zum Deutschlandhaus ist außerdem noch für das laufende Jahr geplant.
Editha Westmann lobte den im Frühsommer stattgefundenen ersten digitalen Schlesiertag in Hannover. Wenn auch die persönliche Begegnung gefehlt hat, war die Organisation und Umsetzung des Treffens doch ausgesprochen gut gelungen.
Frau Westmann danke Herrn Amon und Herrn Gerger für ihre langjährige Arbeit im Vorstand des BdV-Landesverbandes und für ihren unermüdlichen Einsatz für ihre Landsmannschaften.
Herr Winkler erinnerte im Rahmen der Totenehrung an den vor wenigen Monaten verstorbenen ehemaligen BdV-Landesvorsitzenden Herrn Dr. Dieter Radau.
Herr Klaus Wiegmann, Schatzmeister des Landesverbandes, legte die Jahresrechnung für 2020 vor und zeigte die schwierige finanzielle Situation des Landesverbandes auf. Der Kassenprüfer, Herr Gloeden, berichtete von einer ordnungsgemäßen Kassenführung und beantragte die Entlastung des Vorstandes, die einstimmig bei Enthaltung des geschäftsführenden Vorstandes erteilt wurde. Anschließend stellte der Schatzmeister den Haushaltsplan für 2021 vor. Die Delegierten stimmten einstimmig für den Entwurf.

Im kulturpolitischen Teil der Delegiertenversammlung hielt Frau Erika Wiener, Leiterin der Landesstelle Nord vom Bessarabiendeutschen Verein e.V., einen sehr interessanten Vortrag mit Videopräsentation über diese Landsmannschaft. Dabei erklärte sie den Namen, der von einem entsprechenden Fürstengeschlecht Bessarb herrührt, dass dieses Gebiet am Schwarzen Meer liegt und etwa ab 1814 - 1838 ca. 8.000 Kolonisten überwiegend aus dem heutigen Baden-Württemberg aus Gründen der Armut oder des Glaubens stammen, dort in einer ursprünglichen Steppenlandschaft blühende Dörfer geschaffen haben. Nach 125 Jahren ihres Aufbauwillens sind diverse Einrichtungen wie Schulen, Kirchen und diverse Betriebe entstanden. 1918 begannen dann die zwangsweisen Deportierungen zuerst nach Sibirien. Das Gebiet wurde rumänisch. Um ca. 1941-44 mussten alle noch dort verbliebenen Volksschichten, rd. 99,9 % sich schweren Herzens umsiedeln lassen in das Deutsche Reich, meist im Raum des Warthegaues oder in Westpreußen, aus dem sie dann 1945 erneut vertrieben wurden. Heute leben im ehemaligen Siedlungsgebiet der Bessarabiendeutschen keine Deutschen mehr. Das Gebiet gehört zum kleinen Teil zur Ukraine, zum größeren Teil nach Moldawien. Im Gebiet der Bundesrepublik Deutschland wurden ab 1946 Hilfskomitees gegründet, um einen Zusammenhalt, meist unter dem Dach der Kirche, zu erreichen. 1951 erfolgte die Gründung der Landsmannschaft selbst. 1956 konnte in Stuttgart, in der Florianstraße 17 ein Heimathaus eingerichtet werden. 2006 erfolgte die Fusion der Vereine mit einer entsprechenden Stiftung, dann 2009 mit den Dobrudscha-Deutschen.
Heute präsentiert sich die Landsmannschaft in dem Heimatmuseum, das als Informationszentrum dient, sowie dem Bestreben, das kulturelle Erbe zu erhalten, aber auch zur Völkerverständigung mit den heute dort lebenden Menschen, die vielfach keine Kenntnisse von den historischen Zusammenhängen ihrer jetzigen Heimat haben. Der Verein betreibt auch Familienforschung und konzipiert Wanderausstellungen. Seit 25 Jahren finden in Bad Sachsa Kulturtagungen statt. 1991 konnte ein Denkmal im Ort Tarutino zur Erinnerung an die Bessarabiendeutschen errichtet werden. Monatlich wird ein Mitteilungsblatt herausgegeben, in dem auf Tagungen, Veranstaltungen und Aktionen hingewiesen wird.
Der Vortrag von Frau Wiener war ausgesprochen kurzweilig und für alle Anwesenden spannend.

Vorstand im Lister Turm
Frau Wiener bei ihrem Vortrag

Gemeinschaftsprojekt zu Flucht und Vertreibung „Geflohen, vertrieben – angekommen!?“

Zum Gemeinschaftsprojekt zu Flucht und Vertreibung „Geflohen, vertrieben – angekommen!?“ Gewaltmigration in Norddeutschland (1945-2021)  werden von den aufgeführten Volkshochschulen fünf Webinare als Onlineseminare angeboten. Bei Interesse melden sie sich bitte bei einer VHS Ihrer Wahl an. Über  www.geflohen-vertrieben-angekommen.de kommen Sie auf die entsprechende Informationsseite des Volksbundes (Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V., Landesverband Niedersachsen).

 

80. Jahrestag der Deportation der Deutschen in der ehemaligen Sowjetunion - Diskussionsveranstaltung im Niedersächsischen Landtag

Die Niedersächsische Landesbeauftragte für Heimatvertriebene, Spätaussiedlerinnen und Spätaussiedler, Editha Westmann, hatte anlässlich des 80. Jahrestages der Deportation und Verbannung der Deutschen in der ehemaligen Sowjetunion zu einem Diskussionsabend eingeladen.
Im Forum des Niedersächsischen Landtages kam unter dem Motto „...heute bauen wir Brücken" die Landesbeauftragte mit den

Landtagsabgeordneten Philipp Raulfs (SPD), Marcel Scharrelmann (CDU), Helge Limburg (Bündnis 90/Die Grünen) und Lars Alt (FDP) sowie mit vier jungen Menschen aus Spätaussiedlerfamilien ins Gespräch.
Der Vizepräsident des Landtages, Herr Bernd Busemann MdL, begrüßte die Anwesenden und hob die enormen Lebensleistungen vieler Aussiedler und Spätaussiedler hervorhob.
80 Jahre nach dem entscheidenden Erlass diskutieren die jungen Teilnehmer in drei Blöcken darüber, welchen Stellenwert die Geschichte der Deutschen aus Russland einnimmt beziehungsweise einnehmen sollte. In Niedersachsen leben mehr als 400.000 Aussiedler / Spätaussiedler, die sich zum größten Teil hervorragend in die einheimische Gesellschaft einfügen konnten. Die jungen Vertreter der Landsmannschaft machten den Politikern unter anderem deutlich, wie wichtig es sei, die historischen Hintergründe der Deutschen aus Russland an alle jungen Menschen zu vermitteln. Leider käme es aufgrund fehlenden Wissens immer wieder zu Missverständnissen und Vorurteilen. Das ließe sich nur verhindern, wenn der aufnehmenden Gesellschaft die Hintergründe der Deutschen aus Russland bekannt seien. „Wir müssen unserer eigenen Geschichte gegenüber aufgeschlossener sein. Flucht, Vertreibung und Deportation sind keine leichten Themen, doch sie gehören nun einmal zu unserer Vergangenheit, aus der wir nur lernen können, wenn wir sie auch kennen und verstehen“, erklärte Editha Westmann.

Moderiert wurde der Abend von der jungen Wissenschaftlerin Tatjana Schmalz (Berlin/Frankfurt a.d. Oder), die auch den Impulsvortrag hielt. Der Abend wurde musikalisch von dem Duo FLEURdeON begleitet.

 

Absage Niedersachsentag im Oktober 2021

Leider steigen die Corona-Zahlen erneut in Deutschland und auch in Niedersachsen an. Vor wenigen Tagen hat sich die Niedersächsische Landesregierung daher entschieden, die Großveranstaltung „Tag der Niedersachsen“ im Zusammenhang mit der „75-Jahr-Feier“ des Landes in den Juni 2022 zu verschieben.
Wir sind natürlich sehr traurig, dass die vielen Vorbereitungen, die wir bisher schon für den Tag der Niedersachsen und die damit verbundenen Aktionen getroffen haben, nun nicht umgesetzt werden können. Doch wir werden im Juni 2022 möglichst alles präsentieren, was wir uns für den Oktober vorgenommen hatten. Durch die Absage des Tages der Niedersachsen wird auch eine in diesem Zusammenhang geplante Ausstellung erst im nächsten Jahr stattfinden können.
Wir bitten herzlich um Ihr Verständnis, um hoffen sehr, dass Sie im Juni 2022 dabei sind, wenn wir – hoffentlich ohne Corona – endlich wieder unbeschwert feiern und zusammenkommen können.

Wir hatten uns sehr auf Sie gefreut, doch Corona ist unberechenbar und der Schutz aller Menschen geht vor.

 

BdV am letzten Niedersachsentag 2019 in Wilhelmshaven (Foto: mjg)

Hinweis: Niedersächsisches Investitionsprogramm für kleine Kultureinrichtungen

Das niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur hat auf seiner Internetseite das Förderprogramm für kleine Kultureinrichtungen ausgeschrieben, die in der Regel über nicht mehr als drei Vollzeitstellen verfügen oder nicht mehr als fünf eigenproduzierte Neuproduktionen im Kalenderjahr durchführen.

Gefördert werden:

  • bauliche Maßnahmen inklusive Erhaltungsmaßnahmen,
  • digitale Infrastruktur
  • Veranstaltungstechnik
  • Maßnahmen zur Verbesserung der Aufenthaltsqualität
  • Maßnahmen zur Verbesserung der inhaltlichen Qualität
  • Anschaffungen zur Gewährleistung des Kulturbetriebs

Anträge sind bis zum 30.06.2021 direkt beim MWK zu stellen. Vordrucke und Ausschreibung finden Sie hier: https://www.mwk.niedersachsen.de/ausschreibungen/niedersachsisches-investitionsprogramm-fur-kleine-kultureinrichtungen-178859.html

Internationale Zusammenarbeit bleibt im Fokus

LANDSMANNSCHAFTEN PFLEGEN AUCH IN DER KRISE AUSTAUSCH MIT NIEDERSÄCHSISCHEN PARTNERREGIONEN

Seit vielen Jahren bestehen freundschaftliche Beziehungen des Landes Niedersachsen mit Partnerregionen im Ausland. Die Partnerschaften fördern Niedersachsens internationale Kooperation und Vernetzung. Infolge der COVID-19-Pandemie konnten jedoch wichtige Austauschmöglichkeiten, etwa Besuche in den Partnerregionen, nicht wahrgenommen werden. Hierdurch wurde die gemeinsame Arbeit mit den internationalen Partnern erheblich erschwert.
Die Niedersächsische Landesbeauftragte für Heimatvertriebene, Spätaussiedlerinnen und Spätaussiedler, Editha Westmann MdL, begrüßt den Antrag der Regierungsfraktionen, sich mit den Partnerschaften des Landes in der Pandemie zu befassen. „In diesem Zusammenhang möchte ich ausdrücklich auf das große Engagement unserer Landsmannschaften hinweisen, deren Netzwerke auch unter Corona-Bedingungen funktionieren“, so Westmann.

In den niedersächsischen Partnerregionen Niederschlesien (Polen), Perm und Tjumen (beide Russland) leben zahlreiche Deutsche, für die ein reger Austausch mit dem Partnerland Niedersachsen bedeutend ist. Die Landsmannschaft der Deutschen aus Russland (LmDR) pflegt mit Unterstützung des Landes Niedersachsen intensive Kontakte nach Perm und Tjumen. „2019 waren wir zuletzt bei unseren Freunden in Perm“, berichtet die Vorsitzende der LmDR, Landesverband Niedersachsen, Lilli Bischoff. „In den letzten Monaten haben wir mit unseren Partnern in Russland per Videokonferenz gemeinsame Arbeitssitzungen und eine Weihnachtsfeier durchgeführt. Wir sind dankbar für diese Möglichkeit, vermissen aber zunehmend den persönlichen Austausch“, so Bischoff.
Auch die Landsmannschaft Schlesien kann derzeit die Begegnung von jungen Leuten aus Ost und West nur unter veränderten Vorzeichen fördern. Die für dieses Jahr geplanten Studien- und Kennenlernfahrten müssen ausfallen. Stattdessen ist ein Filmprojekt geplant, für das Zeitzeugen von Flucht und Vertreibung sowie Heimatverbliebene in Schlesien mit jungen Menschen ins Gespräch gebracht werden. „Die Aufgaben in der Coronazeit sind größer geworden als gedacht. Im Sinne unseres diesjährigen Mottos ‚Schlesien verbindet‘ müssen die Verbindungen zu den älteren Mitgliedern und Landsleuten ebenso intensiv gehalten werden wie die innerhalb der jungen Netzwerke“, stellt Stephan Rauhut fest, der Bundesvorsitzende der Landsmannschaft Schlesien.

Um dieses Ziel zu erreichen, sind die Landsmannschaften erfinderisch: Sie planen einen regelmäßigen Podcast, entwerfen Sonderausgaben ihrer Mitteilungsblätter und arbeiten an Vorhaben wie dem „Projekt Telefonengel“, in dessen Rahmen sie älteren Landsleuten durch Freiwillige am Telefon die Gelegenheit geben wollen, über früher und heute zu erzählen. Die Landesbeauftragte Editha Westmann dankt den Landsmannschaften: „Ihre Arbeit hält die Menschen in Ost und West miteinander verbunden und wirkt der Einsamkeit der Alten entgegen. Für die Zeit nach der Pandemie rechne ich mit einem großen Nachholbedarf an persönlichen Begegnungen. Unsere Landsmannschaften schaffen hierfür gute Ausgangsbedingungen.“ 

Musikalischer Weihnachtsgruß aus Oppeln

In 2019 führten wir unsere verständigungspolitische Reise nach Oppeln durch. Wir wurden damals von Frau Aneta Lissy-Kluzny als Reiseleitern vor Ort begleitet. Haben Sie teil an Ihrem diesjährigen musikalischem Weihnachtsgruß (Sänger: Norbert Rasch).
Bei YouTube: https://www.youtube.com/watch?v=ksJwLlLzd1U

Frau Aneta Lissy-Kluzny (links) im Heimatmuseum Fredersdorf 2019 mit der Leiterin Frau Róża Zgorzelska (Foto: Gloeden)

Gedanken der Landesbeauftragen Editha Westmann zum Volkstrauertag 2020

Winter 1943!
In einem kleinen Dorf in der Nähe von Bad Gandersheim kommt ein Brief an. Ein lang ersehnter Brief. Gerichtet an eine Mutter und eine kleine Schwester, die seit Wochen auf eine Nachricht gewartet haben, auf die Nachricht vom Sohn und Bruder aus Russland.

Meine liebe Mutter, kleine Ursel,

– so beginnt der Brief –

bald ist Weihnachten und ich wäre in diesem Jahr so gerne bei Euch gewesen. Aber es sieht so aus, als würde sich dieser Wunsch nicht erfüllen.
Also wartet lieber nicht auf mich, denn das Warten ist schlimm und macht das Herz nur schwer. Mir geht es gut, auch wenn mich die Läuse so sehr geplagt haben, dass ich mir die Haare abrasiert habe. 
Du würdest sicher über mich lachen, wenn Du mich so sehen könntest, kleine Ursel. Hoffentlich bekommst keine Läuse, sonst müsste Mutter Dir am Ende noch deine schönen Zöpfe abschneiden.
Ach Mutter, ich denke so oft an Deine gute Kartoffelsuppe. 
Was würde ich dafür geben, nur einen Teller davon essen zu können.
Wenn ich nach Hause komme, wünsche ich mir einen ganzen Topf voll und ich werde von morgens bis abends drei Tage lang nichts Anderes essen.
Du würdest sicher die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, wenn Du meine durchlöcherten Socken sehen könntest.
Wir haben aber kein Flickzeug und darum müssen die Socken so bleiben, wie sie sind.
Hier liegt schon viel Schnee und der Wind pfeift uns kräftig um die Ohren.
Ich hoffe sehr, dass die Temperaturen nicht noch weiter in den Keller gehen. Manchmal fällt das Atmen richtig schwer in der eisigen Luft. 
Selbst in unseren Hütten wird es nicht mehr warm und darum zittert meine Hand beim Schreiben.
Liebe Mutter, mach Dir keine Sorgen um mich. Es geht mir gut.
Ich denke immer daran, dass Du mit der ganzen Arbeit allein zu Hause bist und ich Dir nicht helfen kann. Das ist das Schlimmste für mich.
Ursel sei artig und geh immer brav ins Bett. Ich schnitze Dir ein kleines Pferd.
Leider kann ich das zu Weihnachten nicht schicken, denn Päckchen sind nicht erlaubt. Ich bin schon froh, wenn unsere Briefe die Heimat erreichen.
Aber wenn ich nach Hause komme, freut Du Dich bestimmt auch noch darüber.
Liebe Mutter, ich wünsche Dir und Ursel ein schönes Weihnachtsfest und hoffe, dass Ihr bei Tante Hermine den Weihnachtsabend verbringt.

Meine Gedanken sind bei Euch und wenn ich eine Kerze auftreiben kann, dann zünde ich sie für Euch an.

Bis bald, Euer Alfred

Mein Onkel Alfred ist im Juni 1944 gefallen.

Ich habe ihn nicht gekannt und doch ist er mir aus all den Erzählungen meiner Großmutter und meiner Mutter sehr vertraut. Er war warmherzig und liebevoll – ganz sicher kein Held!

Wie sinnlos war sein früher Tod.
Wie schmerzvoll muss die Zeit der Angst, der Sorge und Ungewissheit gewesen sein. Wie schlimm muss das Heimweh gewesen sein und wie groß die Verzweiflung.
Wie viele Mütter, Frauen und Kinder haben auf die Nachricht vom Bruder Vater und Sohn gewartet?
Und wie viele Tränen wurden geweint, weil der Krieg sich erbarmungslos nahm, was zu Hause so sehnsüchtig erwartet wurde?
Wie grausam hat sich der Krieg in die Herzen der Menschen gefressen.
Und wie grausam frisst er sich noch heute hinein.
Denn auch heute gibt es Angehörige, die sich um ihre Lieben sorgen, weil sie sich im Ausland für Frieden und Stabilität einsetzen. 
Auch heute kommen dabei Soldaten ums Leben. Die Schrecken des Krieges sind nicht vergessen. Sie sind real und Teil einer Wirklichkeit, die sich zwar nicht in unserem Land, doch unter Beteiligung unserer Soldaten abspielt.
Überall auf der Welt kämpfen Menschen für Freiheit. Sie setzen ihr Leben aufs Spiel und einige verlieren es unter Umständen. 
Aber sie glauben an eine bessere Welt und stehen gegen Diskriminierung, Unterdrückung und Folter auf.
Wie arm ist eine Welt, in der man so häufig Gewalt mit Gewalt begegnen muss. In der es nicht möglich scheint, ohne Krieg, Terror und Grausamkeit zu leben.

Vor einigen Jahren besuchte ich die deutschen Siedlungsgebiete in Kasachstan. Dort traf ich einen alten Mann, Johann war sein Vorname.
An den Nachnamen erinnere ich mich nicht mehr.
Er gehörte zu den vertriebenen Deutschen, die während des Zweiten Weltkriegs in die Steppe Kasachstans verschleppt worden waren.
Er erzählte mir vom Krieg und wie knapp er dem Tode entkommen war. Vielen anderen Deutschen war das nicht gelungen.
Sein alter Körper war völlig ausgemergelt, doch seine Augen glänzten lebendig, als er meine Hand nahm und mir mit klaren Worten sagte: Kindchen, grüß mir meine Heimat, mein deutsches Vaterland.
Es gibt keinen Tag, an dem ich mich nicht nach der Heimat sehne, aber ich werde sie in diesem Leben niemals wiedersehen.

Jede Form von Krieg, Gewalt und Terror bringt den Tod mit sich und hinterlässt tiefe Narben. Viele dieser Narben liegen auf den Seelen der Menschen. Sie brennen sich für immer ein.
Bis heute spüren wir die Folgen des Krieges. Bis heute leiden noch immer viele Menschen darunter. Friedland, das Tor zur Freiheit, durch das unzählige Heimkehrer und Vertriebene strömten, ist auch heute ein wichtiges und lebendiges Mahnmal. 
Den Krieg überlebt, die Flucht und Vertreibung überstanden, die Strapazen ertragen – das sind Erinnerungen, die noch heute wach sind.

Hinzu kommen Kriegsfolgen, die in unserer Zeit kaum als solche wahrgenommen werden. Ich denke dabei an die Bombenräumungen.
Wir hören im Radio davon, dass eine Bombe entschärft werden muss. Menschen werden evakuiert, Straßen gesperrt. Ja, das ist ärgerlich für die Betroffenen.
Aber wer denkt schon daran, dass das Bombenräumkommando anrücken muss, weil im Krieg diese Blindgänger abgeworfen wurden? Zum Glück können die meisten Bomben sicher entschärft werden.
Doch vor einigen Jahren ging eine solche Entschärfung nicht gut und zwei Spezialisten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes fanden in Göttingen den Tod. So grausam kann der Krieg noch Jahrzehnte nach seinem Ende zuschlagen.

Und Jahrzehnte nach Kriegsende suchen Menschen noch immer nach vermissten Angehörigen. Niemals wirklich Gewissheit über das Schicksal eines geliebten Menschen zu haben, muss schrecklich sein. Es ist wie ein Abschied ohne Ende.

So wie meine Großmutter sich Zeit ihres Lebens nicht von den Briefen ihres Sohnes trennen konnte, dürfen wir uns niemals von der Verantwortung trennen, die Erinnerung an Krieg, Verfolgung und Vertreibung als Mahnung im Gedächtnis zu behalten.

Ich verneige mich vor denen, die ihr Leben verloren haben, weil sie sich für Frieden, Menschenrechte und Freiheit eingesetzt haben.
Ich verneige mich vor denen, die an eine bessere Welt glaubten und sie nie erleben durften.
Ich verneige mich vor den vielen unschuldigen Zivilisten, Männern und Frauen, Alten und Kindern, die dem Krieg, ebenso wie unsere Soldaten, zum Opfer fielen.
Ich danke allen, die sich heute für Frieden und Gerechtigkeit einsetzen und ich danke allen, die dafür sorgen, dass die grausamen Erinnerungen an Krieg und Gewalt nicht in Vergessenheit geraten.
Ich danke allen, die sich um die Gedenkstätten und die Gräber unserer gefallenen Soldaten kümmern – sind diese auch noch so weit von der Heimat entfernt.

Haben auch Sie einen Brief zu Hause, der vor vielen Jahren aus dem Krieg bei Ihren Eltern oder Großeltern eintraf?
Haben Sie einen Brief zu Hause, der erst vor Kurzem aus dem Ausland kam, wo unsere Soldaten eingesetzt sind?
Diese Briefe sind Zeugen einer Welt, die leider nicht ohne Krieg, Terror und Gewalt ist. Doch jeder dieser Briefe sagt uns auch: Verliert niemals den Glauben an eine friedliche Welt!

In diesem Jahr wurden fast überall die Gedenkstunden zum Volkstrauertag aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt. Fern der öffentlichen Aufmerksamkeit wurden dennoch vielerorts Kränze niedergelegt, um das Gedenken an die Opfer von Krieg, Terror, Gewalt, Flucht, Vertreibung und Deportation aufrecht zu halten. Wir trauern und gedenken in diesem Jahr in aller Stille. Das fällt vielen Menschen schwer, auch mir. Doch ich verbinde mein stilles Gedenken mit der Hoffnung auf eine friedliche, verantwortungsvolle und umsichtige Welt.

Auf der ganzen Erde haben viele Menschen den Kampf gegen das Corona-Virus verloren. Auch sie sind Teil meines Gedenkens. Ich habe kein Verständnis für die, die die Pandemie leugnen oder verharmlosen. Die, die sich rücksichtslos verhalten, gefährden Menschenleben.
So bleibt mir die Hoffnung, dass Vernunft und Menschlichkeit über Egoismus und Ignoranz siegen.

Gott schütze unsere Heimat – Gott schütze Sie!

Editha Westmann                                                                     Hannover, den 15. November 2020


Volkstrauertag am 15.11.2020

Aufgrund der Corona-Pandemie konnte in diesem Jahr die zentrale Gedenkfeier des Landes Niedersachsen und des Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge zum Volkstrauertag nicht stattfinden. Auch die für Hannover geplante Gedenkstunde musste kurzfristig abgesagt werden. Der BdV Landesverband schloss sich den Initiatoren an und ließ in der Aegidienkirche einen Kranz zum stillen Gedenken niederlegen. Die Aegidienkirche, 1943 während des schwersten Luftangriffs auf Hannover zerstört, ist heute eine Ruine, ein Mahnmal für die Opfer von Krieg und Gewalt in Hannover.

In vielen niedersächsischen Städten und Gemeinden wurde ebenfalls auf eine öffentliche Gedenkfeier verzichtet. Vielerorts wurden dennoch Kränze niedergelegt.

Der Volkstrauertag 2020 war kein Tag, an dem wir Seite an Seite den Opfern der Gewaltherrschaft, des Terrors und der Menschenrechtsverletzungen gedenken konnten. Wir hoffen sehr, dass wir uns im kommenden Jahr wieder treffen können, um zu trauern, zu gedenken, zu hoffen und zu beten.

Auch in Oldenburg wurden Gedenkstunden abgesagt. Es gab hier ein stilles Innehalten am Gedenkstein für die Vertriebenen mit Trauergesteck der Stadt Oldenburg und eine Blumenschale seitens der Vertriebenen.

 

Gedenken am Volkstrauertag in Lüneburg

Einer langjährigen Tradition gemäß gedachten die Landsmannschaft Ostpreußen und der Bund der Vertriebenen auch in diesem Jahr am Gedenkkreuz des Deutschen Ostens auf dem Lüneburger Zentral­friedhof der Opfer von Flucht und Vertreibung und der gefallenen deutschen Soldaten des Ersten und des Zweiten Weltkrieges. Im Zuge des Zweiten Weltkrieges starben zahlreiche Soldaten bei der Rettung der flüchtenden Menschen aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten. Ihnen wurde ein besonderes Gedenken gewidmet.

Gedenkkreuz des deutschen Ostens Lüneburg

Auch in Sehnde wurde am Volkstrauertag der Opfer von Gewalt und Terrorismus mit einem Kranz von Johannes Martin am „Wegweiserdenkmal“ neben der ev. Kirche im Beisein von Herrn Jürgen Falkenhagen gedacht.

Wegweiserdenkmal in Sehnde (Foto: Johannes Martin)

Am Volkstrauertag konnte eine Abordnung des Vorstandes des Kreisverbandes Fallingbosel mit Bürgermeisterin Karin Thorey am „Stein des Ostens“, dem Erinnerungs- und Gedenkstein, in aller Stille einen Kranz ablegen.
In gleicher Weise gedachte eine Abordnung des BdV am Totensonntag, dem Ewigkeitssonntag, am „Kreuz des Ostens“, das die Vertriebenen auf dem Friedhof in Schwarmstedt einmal aufgestellt haben, in Verbindung mit dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge der Opfer von Gewalt, Terror und der sinnlosen Kriege und legten einen Kranz ab.

Kranzniederlegung am Kreuz des Ostens in Schwarmstedt (Foto: Gerhard Neumann)
niedergelegte Kränze im Inneren der Aegidienkirche (Foto: mjg)
Kranz des BdV Landesverbandes (Foto: mjg)
Frau Dr. Idis Hartmann, rechts Frau Christa Wulf neben dem Gedenkstein (Foto: Dr. Gisela Borchers)

Delegiertenversammlung des BdV-LV-Niedersachsen - Editha Westmann erneut zur Vorsitzenden gewählt

Am 29.08.2020 kamen die Delegierten des BdV-LV-Niedersachsen zu ihrer Delegiertenversammlung in Hannover zusammen. Die Organisation und der Ablauf der Versammlung erfolgten unter den geltenden Bedingungen in der Corona-Pandemie. So saßen die Delegierten an einzelnen Tischen in einem großen Saal der Veranstaltungsstätte „Lister Turm“.
Die Landesvorsitzende Editha Westmann begrüßte die Delegierten u.a. mit den Worten: „wir müssen leider heute auf den vertrauten Händedruck verzichten. Das fällt auch mir sehr schwer. Doch wir tragen Verantwortung füreinander und sollten stets darauf achten, dass das Infektionsrisiko so gering wie nur möglich gehalten wird.“
In ihrem Bericht betonte die Landesvorsitzende, dass es wichtig sei, in der Pandemie neue Wege zu finden, um die Belange der Heimatvertriebenen und Flüchtlinge zu vertreten. In dieser Zeit ist die Geschäftsstelle stark gefordert, denn die Mitglieder haben zurzeit nicht die Möglichkeit im Rahmen der BdV-Veranstaltungen, die leider überwiegend nicht stattfinden können, ihre Anliegen vorzutragen. Zahlreiche Anrufe und Mails erreichen die Geschäftsstelle und werden sorgsam durch den Geschäftsführer Michael Gediga bearbeitet.
Editha Westmann musste den Delegierten mitteilen, dass der Tag der Heimat in diesem Jahr nicht stattfinden kann. „Ich bin sehr traurig, dass wir auf unseren Gedenktag verzichten müssen, doch der Gesundheitsschutz unserer zumeist älteren Mitglieder und Freunde darf nicht leichtfertig aufs Spiel gesetzt werden“, erklärte Editha Westmann. Der Verband wird in diesem Jahr keine Verständigungspolitische Reise unternehmen und auch das beliebte „Weihnachts-Cafè“ wird es nicht geben. „Die persönliche Begegnung ist weder durch Briefe, Pakete noch durch Telefonkonferenzen oder Mails zu ersetzen. Doch wir haben uns für unsere Mitglieder einige Alternativen ausgedacht, die die schwierige Zeit der Kontaktarmut etwas überbrücken können. So wird es beispielsweise im September mit dem Motto „70 Jahre Charta“ zum Tag der Heimat 2020 eine Sonderausgabe des BdV Aktuell geben“, versprach die Vorsitzende.
Im Mittelpunkt der Versammlung stand die Wahl des neuen Landesvorstandes. Der geschäftsführende Vorstand (Vorsitzende: Editha Westmann, Stellvertreter und Schatzmeister: Klaus Wiegmann, Stellvertreter: Peter Winkler) hatte sich für eine erneute Kandidatur bereit erklärt. Unter den 24 Delegierten herrschte Einigkeit. Der geschäftsführende Vorstand wurde einstimmig wiedergewählt. Editha Westmann bedankte sich bei den Delegierten für das Vertrauen und versprach, auch weiterhin mit viel Engagement die Belange der Heimatvertriebenen und Flüchtlinge zu vertreten.

Das kulturelle Programm der Delegiertenversammlung wurde in diesem Jahr von Michael Gediga durch einen kurzen Bericht über eine Reise mit dem Deutsch-Europäisches Bildungswerk in Hessen nach Slowenien gestaltet. Auch in Slowenien gibt es deutsche Minderheiten. Die Gottscheer z.B. seit dem 14. Jahrhundert. Auf einen externen Referenten hatte der Vorstand aus besagten Gründen verzichtet.

Die Delegierten saßen aufgrund der Corona-Pandemie in einem großen Saal an einzelnen Tischen (Foto Gloeden)
von rechts: der alte und neue Vorstand Editha Westmann, Klaus Wiegmann und Peter Winkler (Foto Gloeden)
Herr Wiegmann bei seinem Bericht als Schatzmeister
Michael Gediga – Slowenien mit deutschen Minderheiten seit dem 14. Jahrhundert (Foto: Editha Westmann)

BdV-Landesvorsitzende Editha Westmann vom Deutschen Bundestag in den Stiftungsrat der Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung gewählt

Der Deutsche Bundestag hat unsere BdV-Landesvorsitzende Editha Westmann am 02.07.2020 in den Stiftungsrat der Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung gewählt. Dem Stiftungsrat gehören aus den Reihen des BdV als weitere ordentliche Mitglieder BdV-Präsident Dr. Bernd Fabritius, Stephan Grigat (Vorsitzender Landsmannschaft Ostpreußen), Christian Knauer (Vorsitzender BdV Landesverband Bayern), Frau Iris Ripsam (Vorsitzende BdV-Landesverband Baden-Württemberg), Johann Thießen (Vorsitzender Landsmannschaft der Deutschen aus Rußland) an.


Dem Stiftungsrat gehören 21 Mitglieder an. Davon werden 19 vom Deutschen Bundestag gewählt. Der Präsident der Stiftung Deutsches Historisches Museum sowie der Präsident der Stiftung Haus der Geschichte sind qua Amtes Mitglied.


Im Stiftungsrat sind die Bundesregierung mit drei Mitgliedern, der Deutsche Bundestag mit vier Mitgliedern und der Bund der Vertriebenen mit sechs Mitgliedern vertreten. Der Zentralrat der Juden in Deutschland sowie die Evangelische und die Katholische Kirche stellen je zwei Mitglieder.


Die Stiftung wurde im Dezember 2008 errichtet. Ihr Zweck ist es, „im Geiste der Versöhnung die Erinnerung und das Gedenken an Flucht und Vertreibung im 20. Jahrhundert im historischen Kontext des Zweiten Weltkrieges und der nationalsozialistischen Expansions- und Vernichtungspolitik und ihrer Folgen wach zu halten“.
„Es ist eine große Freude, künftig diese wichtige und spannende Aufgabe übernehmen zu dürfen. Ich bin sehr dankbar dafür“, betonte Editha Westmann.

Neue Fahnen für den Landesverband

Über Jahrzehnte schmückten die prachtvollen Fahnen der ehemaligen deutschen Ostgebiete die Veranstaltungen des BdV-Landesverbandes. Doch mit den Jahren hatte sich der Erhaltungszustand der Fahnen immer weiter verschlechtert, sodass sie nicht mehr präsentiert werden konnten. Nun hat der Landesverband zehn neue Fahnen gekauft, die künftig wieder – neben der Europa-, der Bundes- und der Niedersachsenfahne – ihren Platz bei besonderen Veranstaltungen des Landesverbandes erhalten werden. „Gerne hätte ich die neuen Fahnen bereits beim Tag der Heimat 2020 präsentiert. Da dieser durch die Corona-Pandemie in diesem Jahr nicht wie gewohnt stattfinden wird, ist es mir wichtig, die Mitglieder der Landsmannschaften, die BdV-Mitglieder und alle Interessierten schon jetzt darüber zu informieren, dass wir wieder mit Fahnen ausgerüstet sind“, erklärte die Landesvorsitzende Editha Westmann.


Die alten Fahnen wurden überwiegend in Handarbeit detailgetreu bestickt. Dadurch war ihr Erscheinungsbild beeindruckend und schön. Diese hochwertige Arbeit würde heute sehr viel Geld kosten, das der Verband nicht zur Verfügung hat. Der Vorstand hatte sich daher auf gedruckte Fahnen verständigt (Entsprechend der im Landtag verwendeten Qualität). „Ich freue mich sehr, dass uns der Erwerb der Fahnen, wenn auch in einer einfachen Ausführung, gelungen ist. Hoffentlich werden wir 2021 unseren Tag der Heimat wieder gemeinsam im Rahmen einer großen Veranstaltung begehen können, um dann die neuen Fahnen zeigen zu können“, sagte die Landesvorsitzende.


Editha Westmann möchte in den kommenden Monaten prüfen lassen, ob und wie die alten Fahnen aufgearbeitet werden können und wo sie anschließend archiviert werden können, um weitere Schäden zu vermeiden. „Das ist ein lohnenswertes Projekt und ich hoffe sehr, dass wir einige der alten, historisch wertvollen Fahnen retten können.“
Das Landesverband freut sich über jede Spende zum Erhalt der historisch wertvollen Fahnen.


Das Foto zeigt die neuen Fahnen von links: Pommern, Westpreußen, Danzig, Landsmannschaft Ostpreußen uns Landsmannschaft der Deutschen aus Rußland. In der Mitte Europa-, Deutschland- und Niedersachsenfahne. Dann Oberschlesien, Niederschlesien, Sudetenland, Siebenbürgen und Bukowina.

Hinweis zu Veranstaltungsabsagen von Editha Westmann

Liebe Mitglieder und Freunde des BdV-LV-Niedersachsen,

wir erleben aufgrund des Corona-Virus in diesen Wochen eine Krise, deren Auswirkungen wir alle in unserem Alltag spüren. Um die Verbreitung des Virus zu verlangsamen, musste die Politik auf allen Ebenen gravierende Beschränkungen anordnen.

Dabei geht es in erster Linie um die Sicherstellung medizinischer Maßnahmen für ältere und kranke Menschen in unserem Land.

Wir alle sind aufgerufen, besonnen, umsichtig und verantwortungsvoll zu handeln.

Ich möchte Sie herzlich bitten, in dieser schwierigen Zeit den Anordnungen der Behörden zu folgen.

So werden in den kommenden Wochen auch keine Versammlungen, kulturelle Veranstaltungen und andere Zusammenkünfte Ihrer BdV-Verbände und Landsmannschaften durchgeführt.

Auch unsere im April geplante Landesdelegiertenversammlung werden wir zu einem späteren Termin durchführen.

Passen Sie bitte auf sich auf und bleiben Sie gesund!

Es grüßt Sie herzlich

Ihre Editha Westmann

Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages stellt auf der Sitzung vom 14.11.2019 zusätzliche Mittel für die Kulturförderung gemäß Bundesvertriebenengesetz zur Verfügung

Hierzu ein Auszug aus einer Pressemitteilung vom Vorsitzenden der Gruppe der Vertriebenen, Aussiedler und deutschen Minderheiten, Eckhard Pols MdB in der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag vom 15.11.2019:

Der Museumsverband Niedersachen und Bremen hat in Kooperation mit der niedersächsischen Landesbeauftragten für Heimatvertriebene erstmals ein Pilotprojekt zu den Heimatsammlungen entwickelt, das mit 50.000 Euro gefördert wird.

Dazu Editha Westmann in ihrer Eigenschaft als Landesbeauftragte für Vertriebene und Spätaussiedler:

„Diese Mittel werden dazu beitragen, dass das Kulturgut der Heimatvertriebenen auch für künftige Generationen bewahrt werden kann. Mein Dank gilt Herrn Pols und seinem Mitarbeiter Herrn Oole. Beide haben sich sehr dafür eingesetzt, dass der Bund dieses wichtige Anliegen unterstützt.“

Neben dem Bund wird auch das Land Niedersachsen das Projekt mit 50.000 Euro in 2020 fördern.
 

BdV-LV beim Tag der Niedersachsen

Der Tag der Niedersachsen fand in diesem Jahr vom 14. Bis 16. Juni in Wilhelmshaven statt. Der BdV-Landesverband präsentierte sich mit der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland, dem Museum Friedland, der Landesbeauftragten für Migration und Teilhabe und der Landesbeauftragten für Heimatvertriebene und Spätaussiedler im „Niedersachsendorf“. 
Für das Landesfest hatte der BdV ein Ratespiel ausgearbeitet, an dem mehr als 100 Personen teilnahmen.


Bei dem Quiz ging es um acht in den ehemaligen Deutschen Ostgebieten geborene Persönlichkeiten, die ihren Geburtsorten zugeordnet werden mussten. „Das Quiz war insbesondere für jüngere Teilnehmer nicht ganz leicht zu lösen. Doch es hat das Interesse bei vielen Standbesuchern geweckt, mehr über die ehemaligen Deutschen Ostgebiete zu erfahren“, so Michael Gediga, Geschäftsführer des BdV. 


Die Gewinner des Ratespiels:
•    1. Preis: Dirk Eschen
Teilnahme an der verständigungspolitischen Busreise 2020 nach Breslau für eine Person mit Ü/HP
•    2. Preis: Hilko Heits
Spezialitäten aus Ostpreußen
•    3. Preis: August Müller
BdV-Strandtasche
•    4. Preis: Nadine Roeschke
 „Heimatlos“ Buch von Dr. Christopher Spatz 
•    5. Preis: Rolf Krüger
„Fremde Heimat – Als die Vertriebenen nach Hannover kamen“ Buch von Simon Benne
•    6. Preis: Gerjet Barghorn
BdV Kaffeebecher


Wir gratulieren den Gewinnern herzlich und wünschen Ihnen viel Freude an ihren Preisen. 

Stand des BdV mit dem Motto "auf der Suche nach meinen Wurzeln"
Besucher beim Ratespiel

Landesdelegiertenversammlung und Kulturkongreß 2019 in Hannover

Am 04. Mai fand die satzungsmäßige Landesdelegiertenversammlung statt. Fast 40 Delegierte nahmen daran teil. Neben den üblichen Regularien, wie Bericht des Vorstandes über die Aktivitäten im letzten Jahr nebst Übersicht über das laufende Jahr, stand die Genehmigung des Jahresabschlusses und Entlastung des Vorstandes auf der Tagesordnung. Hinsichtlich der vorgesehenen Satzungsänderung wird für die Formulierung und Abstimmung mit Notar und dann Vereinsregister mehr Zeit benötigt.


Geehrt wurden für jahrelange ehrenamtliche Tätigkeit bei kürzlich aufgelösten Ortsverbänden, deren Kreisverbände sich bereits vor Jahren aufgelöst hatten: Fritz Arndt vom OV Luthe, sowie die Herren Sinock und Hoffmann vom OV Essinghausen (der bisherige Vorsitzende Willi Reck war leider verhindert). Die Vorsitzende Editha Westmann überreichte Buchgeschenke und bedankte sich dafür, dass die Ortsverbände den Landesverband solange auch durch Ihre Beiträge unterstützten.


Im Anschluß referierte Dr. Christopher Spatz mit einem Bildervortrag über das Lager Friedland in den Fünfzigerjahren. Neben Originalaufnahmen des Fotografen Fritz Paul aus der damaligen Zeit ging Dr. Spatz auch auf seine Forschungen ein und sein Buch „Heimatlos – Friedland und die langen Schatten des Krieges“. In der anschließenden Diskussion wurde deutlich, dass die Ausführungen sehr gut aufgenommen wurden. Es gab auch einen Zeitzeugen, der die Ankunft in den 50ger Jahren von Verwandten in Friedland selbst miterlebt hatte und zu dem Thema beitragen konnte.

Editha Westmann mit den Geehrten v. lks.: Wolfgang Sinock,Rüdiger Hoffmann, Fritz Arndt (Foto: Herward Gloeden)
Der Vorstand beim Jahresbericht von Frau Editha Westmann. Peter Winkler (links) und Klaus Wiegmann (Foto: mjg)

Weihnachtscafé am 18. Dezember 2018

Am Dienstag, den 18. Dezember fand nun schon zum dritten Mal das Weihnachtscafé des Landesverbandes Niedersachsen in Hannover statt. Im weihnachtlich geschmückten Restaurant trafen sich über 40 Mitglieder zu einigen Stunden fröhlichen Beisammenseins mit einer Buchlesung aus dem Roman von Ulrich Trebbin, „Letzte Fahrt nach Königsberg“ vorgetragen von Editha Westmann. Es wird die Geschichte einer jungen Frau erzählt, die ihre Kindheit und Jugend in Königsberg verbracht und erlebt hat, vom Bombenhagel und von der gefahrvollen Reise in das zerstörte Königsberg zu den Nahrungsvorräten im Königsberger Keller… mit besinnlichen und auch nachdenklichen Erlebnissen. Es wurden mehrere Weihnachtslieder gesungen, angestimmt von Klaus Wiegmann und von Albrecht Dyck spontan auf der Mundharmonika begleitet. Gedichte passend zur Adventszeit vorgetragen von Herward Gloeden, Peter Winkler und Bernd Nörenberg –auch in schlesischer Mundart– rundeten den gelungenen festlichen Nachmittag ab. Alle waren sich einig, das Weihnachtscafé im nächsten Jahr wieder stattfinden zu lassen.

Editha Westmann bei der Lesung
Teilnehmer der Veranstaltung
weitere Teilnehmer der Veranstaltung

Landesdelegiertenversammlung 2018 des BdV Niedersachsen

Die Landesdelegiertenversammlung, verbunden mit einem Kulturkongress, fand am 14.04.2018 im Restaurant Gartensaal des Neuen Rathauses in Hannover statt.

 

Die Landesvorsitzende Editha Westmann eröffnete die Landesdelegiertenversammlung und begrüßte die über 45 anwesenden Delegierten und Gäste.

 

Wahlen standen in diesem Jahr nicht an. In Ihrem Jahresbericht ließ die Vorsitzende zunächst die im Berichtsjahr stattgefundenen Veranstaltungen Revue passieren. Zu den Höhepunkten des letzten Jahres zählte eine Filmvorführung unter dem Titel „Verschleppt bis ans Ende der Welt“ von der Bürgerrechtlerin Freya Klier, die persönlich anwesend war. Diese Veranstaltung wurde in Kooperation mit der Konrad-Adenauer-Stiftung durchgeführt. Der Tag der Heimat des Landesverbandes Niedersachsen mit dem Hauptredner Dr. Althusmann fand am 09.09.2017 statt. Die verständigungspolitische Fahrt vom 22.–25.10.2017 führte die Teilnehmer nach Liberec/Tschechien. Der geschäftsführende Vorstand besuchte im Rahmen einer Klausurtagung das Ostdeutsche Kulturmuseum in Bad Zwischenahn, um sich vor Ort ein Bild von dem Umfang der Sammlung zu machen. Angesprochen wurde auch die Bewahrung des Kulturgutes der Heimatvertriebenen. Das Weihnachtscafé am 19.12. in Hannover wurde sehr gut besucht und soll auch 2018 wieder angeboten werden.
In diesem Jahr geht die verständigungspolitische Fahrt nach Pommern/Stettin. Anmeldungen nimmt die Geschäftsstelle entgegen.

 

Herr Wiegmann nutzte die Delegiertenversammlung, um der BdV-Landesvorsitzenden Editha Westmann zu ihrem neuen Amt als Landesbeauftragte für Heimatvertriebene und Spätaussiedlerinnen und Spätaussiedler zu gratulieren. Er überreichte ihr einen Blumenstrauß mit den besten Wünschen für die herausragende, ehrenamtliche Aufgabe.

 

In einem weiteren Tagesordnungspunkt befasste sich die Versammlung ausführlich mit der Satzung des Landesverbandes, insbesondere hinsichtlich des Delegiertensystems und einem möglichen Stimmrecht für Einzelmitglieder, die zunehmend dem Landesverband beitreten.
Frau Westmann berichtete von einem Treffen der Landesverbände des BdV in Friedland. Im Mittelpunkt dieses Treffens stand ein intensiver Gedankenaustausch mit den vertretenen Verbänden über die Struktur und die Zukunftsfähigkeit in den Ländern. Anschließend besuchte die Gruppe unter Leitung von Dr. Frank Frühling aus dem Innenministerium das Museum Friedland. 
Die Vorsitzende informierte die Delegierten über eine für April geplante Bundesausschusssitzung des BdV, bei der über die künftige Ausrichtung des Verbandes diskutiert werden soll.

 

Frau Westmann eröffnete nach dem Ende der Delegiertenversammlung und des gemeinsamen Mittagessens den Kulturkongress, der in diesem Jahr eine besondere Ausrichtung hatte. Das Netzwerk(at)maerchen-erzaehlen-hannover.de war durch Frau Ulrike Haberer mit einem Märchen aus Schlesien und Herrn Jens-Uwe Korte mit einem ostpreußischen Märchen vertreten. Beide Märchen wurden frei erzählt und durch die gekonnte Mimik und Betonung hervorragend vorgetragen. Vorab hatte Frau Haberer die Anwesenden über die historische Bedeutung der Märchen, die sich seit jeher auch an Erwachsene richteten, informiert.

Tagungspräsidium (Foto: Herward Gloeden)
aufmerksame Zuhörer beim Märchenerzählen (Foto: Herward Gloeden)
Frau Westmann bedankt sich bei Frau Ulrike Haberer mit einem Präsent (Foto: Herward Gloeden)

Arbeitstagung mit Besuch im Kreismuseums Syke durch den Landesverband Niedersachsen des Bundes der Vertriebenen (BdV)

Am Donnerstag, dem 15. März 2018 trafen sich die Landesverbandsvorstandsmitglieder des BdV Landesverbandes Niedersachsen zu einer Arbeitstagung auf der Diele des Kreismuseums in Syke. Die BdV Landesvorsitzende Edita Westmann begrüßte 16 anwesende Mitglieder, darunter die Vorsitzenden der Landesgruppen der Schlesier Helmut Sauer und der Westpreußen Prof. Jörg Hartung. Sie dankte Gerd Gohlke vom BdV Kreisverband Syke für die getroffenen Vorbereitungen.


Im Kern ging es bei der Arbeitstagung um Konzepte für eine im Gespräch Reorganisation der vorhandenen Strukturen, um die Arbeit für Heimatvertriebene und Spätaussiedler zeitgemäßer zu gestalten. Da ältere Mitglieder sich nicht mehr so stark in der ehrenamtlichen Arbeit engagieren können und jüngere seltener als früher dazu bereit sind, muss besonders die Aufbauorganisation von den Ortsgruppen über Kreis- und Bezirksverbände überdacht werden. Hierüber soll in der Landesdelegiertenversammlung am 14. April 2018 in Hannover berichtet werden unter Einbeziehung der aus der Tagung in Friedland mit anderen Landesverbänden gewonnenen Erkenntnisse. Auch der Bundesverband will sich auf nächsten Bundesausschußsitzung, die der Landesdelegiertenversammlung stattfindet, endlich mit dieser Thematik befassen. Frau Westmann berichtete, daß sie schon seit Längerem versuchte, daß sich der Bundesverband sich diesem Thema annimmt.


Einig waren sich alle Teilnehmer darüber, dass künftig die Kulturarbeit einen höheren Stellenwert einnehmen soll, damit Erinnerungen an unsere Heimat im Osten intensiver gepflegt werden.


Noch vor Beginn der Mittagpause überbrachte der stellvertretende Landrat Ulf Schmidt die Grüße des Landkreises Diepholz. Er wies auf sichtbare Zeichen hin, die im Landkries an das Schicksal der deutschen Heimatvertriebenen erinnern, wie z. B. die schlesische Heimatstube in Aschen, das Wehlauer Heimatmuseum, zahlreiche Gedenksteine, das Ostkreuz in Diepholz, Hinweisschilder auf Patenschaften an den Ortseingängen und Straßennamen, die an die Heimat der Vertriebenen erinnern.


Nach der Mittagspause stellte Museumleiter Dr. Ralf Vogeding das Museum des Landkreises Diepholz den aus unterschiedlichen Orten Niedersachsens angereisten Tagungsmitgliedern vor. Er ging auf die Entstehungsgeschichte ein und erläuterte, dass die Dauerausstellungen das  Alltagleben und die Entwicklungen aus  mehreren Jahrhunderten  im Landkreis zeigen. Das im Ochtmanier Spieker eingerichtete Wehlauer Heimatmuseum  gehört mit Darstellungen zur Geschichte der deutschen Heimatvertriebenen zum Gesamtkonzept des Kreismuseums. Dr. Vogeding begleitet die Gäste durch das Museum, Gerd Gohlke stellte das Wehlauer Heimatmuseum mit den Themen Ankommen, nach Flucht und Vertreibung, Einrichten, Bewältigen und Neu Anfangen vor.


Gegen 15:30 Uhr war die arbeitsreiche und informative Arbeitstagung zu Ende.

Arbeitstagung in der Museumsdiele (Foto: Herward Gloeden)
Gruppenbild in der Museumsdiele (Foto: Herward Gloeden)

Editha Westmann zur Landesbeauftragten für Heimatvertriebene und Spätaussiedler berufen

Anfang März wurde unsere Landesvorsitzende Editha Westmann von der Niedersächsischen Landesregierung zur Landesbeauftragten für Heimatvertriebene und Spätaussiedler berufen. Wir gratulieren Frau Westmann zu dieser besonderen ehrenamtlichen Position und wünschen ihr eine glückliche Hand bei der Erfüllung ihrer vielschichtigen Aufgaben.
Frau Westmann hat als BdV-Vorsitzende bereits viel Respekt und Anerkennung für ihr Engagement für Heimatvertriebene und Spätaussiedler erfahren. Neben der Wahrung des Kulturgutes setzt sie sich für eine Intensivierung der Patenschaft zu Schlesien ein. Ihr liegen außerdem die Belange der Spätaussiedler sehr am Herzen.
Wir sind stolz darauf, dass unsere Landesvorsitzende Editha Westmann künftig die Verbindung für Heimatvertriebene und Spätaussiedler zur Landesregierung sein wird.


Peter Winkler, Klaus Wiegmann (stellv. Vors.)

Editha Westmann

Die Bedeutung der Arbeit des BdV in unserer Gesellschaft

Landesverbände des Bundes der Vertriebenen trafen sich in Friedland am 19.02.2018 zum Gedankenaustausch


Die Landesvorsitzende des BdV in Niedersachsen, Frau Editha Westmann, hatte alle Landesverbände des BdV zu einem Gedankenaustausch über die Bedeutung des Vertriebenenverbandes in der heutigen Gesellschaft eingeladen. Das Treffen fand in den Räumen des Grenzdurchgangslagers Friedland statt. Dieser Tagungsort in der Nähe von Göttingen wurde bewusst gewählt, da Friedland für Millionen Deutsche nach 1945 eine wichtige Station nach Gefangenschaft, Flucht und Vertreibung war. Noch heute kommen zahlreiche Spätaussiedler und Flüchtlinge über Friedland zu uns. So verwundert es nicht, dass Friedland auch als das „Tor zur Freiheit“ bezeichnet wird.


Für die Gäste aus den verschiedenen Bundesländern stand auch eine Führung durch das im ehemaligen Bahnhofsgebäude untergebrachte Museum Friedland auf der Tagesordnung. Die beeindruckende Ausstellung zum Thema „Flucht und Vertreibung - früher und heute“ verdeutlicht die Dramatik der Kriegsfolgen bis in unsere Tage.


Im Verlauf der Tagung zeigte Frau Westmann auf, dass sich die Arbeit des BdV in Niedersachsen der gesellschaftlichen Entwicklung anpassen müsse. So sei für die Vorsitzende sehr wichtig, den Kontakt zu den ehemaligen deutschen Gebieten im Osten zu intensivieren, auch um die dort lebenden deutschen Minderheiten nicht aus dem Blick zu verlieren.


In vielen Orten Niedersachsens sind oder waren Heimatstuben und Heimatsammlungen zu finden. Hier müsse, so Editha Westmann, dringend eine Lösung her, wie der Bestand des erhaltenswerten Kulturgutes gesichert werden könne. Eine enge Zusammenarbeit zwischen Kommunen, Landkreisen, Land und Bund sei dabei unverzichtbar. Alle Teilnehmer aus den Landesverbänden waren sich darin einig, dass das so reichhaltige und wichtige kulturelle Erbe unserer Heimatgebiete im Bewusstsein aller Deutschen und nicht nur der Heimatvertriebenen erhalten werden müsse.


Neben den inhaltlichen Themen sprach Editha Westmann auch die strukturelle Ausrichtung ihres Landesverbandes an. So müsse beispielsweise dringend ein Weg gefunden werden, wie die Beteiligung von Einzelmitgliedern bei den Delegiertenversammlungen erfolgen könne. Die Vertreter der anwesenden Landesverbände verständigten sich auf eine länderübergreifende Zusammenarbeit, die durch eine Kooperationsvereinbarung auf den Weg gebracht werden soll. Insbesondere sollen dabei Ausstellungen und Jugendprojekte berücksichtigt werden. „Ich hoffe sehr, dass sich weitere Landesverbände der Kooperationsvereinbarung anschließen, um die Arbeit der BdV-Landesverbände zukunftssicher zu gestalten“, so Editha Westmann.


Der Austausch zwischen den anwesenden Landesverbänden gestaltete sich lebhaft und anregend. Man war sich unter den Anwesenden einig, regelmäßige Treffen der BdV-Landesverbände zu planen.


Anwesend waren: Editha Westmann, Peter Winkler, Klaus Wiegmann, Michael Gediga, Dr. Frank Frühling (MI), Frau Lisa Bode (MI) (Niedersachsen); Waltraud Illner (Baden-Württemberg); Brigitte Kreyenhop, Bremen; Jolanta Lemm, Siegbert Ortmann, Hagen Novotny (Hessen); Frank Hirche, Dr. Jens Baumann (MI) (Sachsen-Schlesische Lausitz).

Blick auf die Teilnehmer während derTagung
Peter Winkler, Klaus Wiegmann und Editha Westmann während der Tagung
Gruppenfoto vor dem Museum Friedland

Weihnachtscafé 2017

Zum zweiten Mal fand im Dezember 2017 ein Weihnachtscafé des Landesverbandes statt. Diesmal im „Restaurant Gartensaal“ des zentral gelegenen Neuen Rathauses in Hannover. In adventlich gestaltetem Rahmen mit dazu passendem Kuchen und Stollen wurden den teilweise weit angereisten Teilnehmern weihnachtliche Geschichten und persönliche Erlebnisse in der Weihnachtszeit präsentiert. Es blieb auch Zeit für anregende Gespräche unter den Teilnehmern. Gern wurden auch verschiedene Weihnachtslieder a capella angestimmt. Alle waren sich einig, den gelungenen Nachmittag auch in 2018 stattfinden zu lassen. Dies ist für den 18.12.2018 am gleichen Ort geplant.

Blick auf einen Teil der Teilnehmer
... beim Singen
... im Gespräch

„Schlesien ist lebendig – und nicht nur Geschichte“ - Interview von Editha Lorberg mit Stephan Rauhut und CDU-Fraktionschef Björn Thümler

Stephan Rauhut und Niedersachsens CDU-Fraktionschef Björn Thümler im Gespräch mit Editha Lorberg
(aus Schlesische Nachrichten, Nummer 5.2017, Seiten 6 und 7)

 

Das Land Niedersachsen hat seit 1950 die Patenschaft der schlesischen Landsmannschaft inne. Während sich die politischen Rahmenbedingungen in dieser Zeit immer wieder verändert haben, bleiben die zentralen Fragen auch nach nahezu 70 Jahren unverändert: Wie soll die Erinnerungskultur gestaltet werden? Wie kann die junge Generation für die Bewahrung der schlesischen Kultur begeistert werden? Und was kann das Land Niedersachsen als Pate der Landsmannschaft hierfür tun – müssen die Beziehungen gar neu definiert werden? Darüber spricht die Vorsitzende des Niedersächsischen Bundes der Vertriebenen, Editha Lorberg, mit dem Bundesvorsitzenden Stephan Rauhut und dem niedersächsischen CDU-Fraktionschef Björn Thümler.


Lorberg: Die Einheit Deutschlands jährt sich dieses Jahr zum 27. Mal. Sie war auch an die endgültige deutsch-deutsche Anerkennung der Oder-Neiße-Grenze geknüpft, was damals noch umstritten war. Herr Rauhut, was hat sich seit 1990 für die Schlesier geändert?

Rauhut: Die Anerkennung der Oder-Neiße-Grenze war für die Erlebnisgeneration sicher nicht einfach zu verdauen. Die Einheit hat auf deutscher Seite letztlich jedoch dafür gesorgt, dass die Kinder und Enkelkinder der Vertriebenen ihre Wurzeln heute erkunden und verstehen können. Auch auf polnischer Seite hat sich einiges getan. Hier ist seit dem EU-Beitritt viel Geld geflossen, um das kulturelle Erbe Schlesiens zu erhalten. Überhaupt besteht in Polen ein großes Interesse auch am deutschen Anteil an der schlesischen Kultur…

Lorberg: … während auf der deutschen Seite die Erinnerung immer stärker verblasst. Zahlreiche Heimatstuben in Niedersachsen werden geräuschlos geschlossen, Vertriebenenarchive und Heimatsammlungen aufgelöst.

Rauhut: Ja, das ist eine echte Herausforderung. Dabei verpflichtet das Vertriebenengesetz Bund und Länder dazu, das Kulturgut zu erhalten. Ich beobachte jedoch schon seit geraumer Zeit eine Verschiebung der Zuständigkeit vom Land hin zu den Kommunen. Und die streichen ihre Förderungen und Patenschaften, auch weil Unterstützer fehlen. Dass ein wenig Engagement hilft, haben wir in Springe in der Region Hannover gesehen: Nachdem sich viele Bürger und auch die Landsmannschaft für den Erhalt eines zuvor entfernten Vertriebenendenkmals eingesetzt hatten, wurde es wieder errichtet. So ein Beispiel kann Schule machen.

Thümler: Ich sehe tatsächlich mit großer Sorge, dass uns ein wichtiges Stück deutscher Geschichte verloren geht. Hier ist das Land Niedersachsen in der Pflicht, seinen gesetzlichen Aufgaben nachzukommen. Zum Teil fehlt in der Politik jedoch das Bewusstsein, dass die schlesische Kultur ein wichtiger Bestandteil der deutschen Kultur insgesamt ist. Fast jeder dritte Niedersachse hat schlesische Wurzeln! Ich wünschte mir daher auch, dass dieser Umstand genauso wie die Ursachen von Flucht und Vertreibung stärker im Schulunterricht behandelt werden. Die Projekte zum Jugendaustausch in der Begegnungsstätte Kreisau in der Nähe von Breslau sind bereits ein gutes Beispiel, wie wir die Patenschaft zu Schlesien nachhaltig stärken und vertiefen können.

Lorberg: Zumal es immer weniger junge Menschen gibt, die sich ihrer schlesischen Wurzeln bewusst sind. Welche Anstrengungen sind nötig, um die heutige Enkel- und Urenkelgeneration für den Erhalt der schlesischen Kultur zu begeistern?

Rauhut: Die Idee, schlesische Geschichte in der Schule zu thematisieren, gefällt mir gut. Wissen schafft Verständnis. Wir müssen zudem dafür sorgen, dass wir Schlesien erlebbar machen. Schlesien ist lebendig und nicht nur Geschichte! Es gibt bereits tolle Erfahrungen mit dem Austausch zwischen deutschen und polnischen Schlesiern. Das schafft eine ganz besondere Betroffenheit und weckt gegenseitiges Interesse.

Lorberg: Das Grenzdurchgangslager Friedland, einst Tor zur Freiheit, könnte als bedeutende zeithistorische Einrichtung eine besondere Rolle dabei einnehmen. Wie stehen Sie zu der Idee, neben dem bereits realisierten Museum im ehemaligen Bahnhof Friedland eine Begegnungsstätte, ein Archiv und eine Heimatsammlung auf dem Gelände des ehemaligen Grenzdurchgangslagers zu errichten?

Thümler: Friedland ist mit Blick auf seine Vergangenheit, aber auch auf die ganz aktuelle Nutzung ein überaus geeigneter Ort für ein Museum, das sich dem Thema Flucht und Vertreibung widmet – als Erinnerung an die eigene, deutsche Geschichte, aber auch als Mahnung an alle, welche katastrophalen Folgen Kriege für die Bevölkerung haben. Wir können uns ein zukunftsweisendes Konzept mit einer Begegnungsstätte gut vorstellen. Was immer jedoch das Land in diese Richtung unternimmt: Wir müssen die Landsmannschaft an den Planungen intensiv beteiligen.

Rauhut: An uns würde ein solches Projekt gewiss nicht scheitern, im Gegenteil. Es ist gut denkbar, dort auch die kulturell wertvollsten Stücke aus den aufgelösten Heimatstuben zu bündeln, zu integrieren und junge Menschen einzubinden – ganz im Sinne einer Begegnungsstätte. In Bayern gibt es beispielsweise das „Schaufenster Schlesien“, das gut angenommen wird. So ein interaktiv gestaltetes „Schaufenster“ ist mit Blick auf die Jugendlichen vielleicht etwas greifbarer als ein klassisches Museum. Ich wünsche mir, dass wir eng in solche Überlegungen eingebunden werden und glaube, dass wir auch wirklich etwas beizutragen haben!

Lorberg: Aktuell werden die Beziehungen zwischen niedersächsischer Landesregierung und Landsmannschaft durch die Pressestelle des Innenministeriums koordiniert – wird das Land seiner Patenschaft so gerecht?

Thümler: Wir sind der Auffassung, dass man nur dann eine engere Patenschaft wirklich vorantreiben kann, wenn es ein beiderseitiges Interesse daran gibt. Herr Rauhut hat ja bereits darauf hingewiesen, dass die Landsmannschaft gerne mitgenommen werden möchte. Ein entsprechendes Signal seitens der Landesregierung fehlt allerdings. Eine Pressestelle macht Öffentlichkeitsarbeit. Was wir aber brauchen, sind Konzepte für eine neue Zusammenarbeit. Wir müssen daher darüber nachdenken, die Patenschaft beispielsweise durch ein eigenes Referat mit Leben zu füllen.

Rauhut: Grundsätzlich ist es gut, einen festen Ansprechpartner zu haben, der sich auch um die Weiterentwicklung und Vertiefung der Patenschaft kümmert. Wir tragen die derzeitige Situation notgedrungen mit, würden aber eine Aufwertung unserer Beziehungen natürlich begrüßen. Was wir aktuell dringend benötigen, ist eine bessere finanzielle Unterstützung unserer Bundesgeschäftsstelle und des Deutschlandtreffens. Niedersachsen ist das einzige Bundesland, das seine Landsmannschaft nicht ausreichend ausstattet.

Thümler: Auch über eine finanzielle Aufstockung wird zu reden sein. Wir als CDU stehen zur Landsmannschaft Schlesien, und das wollen wir auch zeigen. Daher freue ich mich, Ihre Mitglieder im Rahmen des eben angesprochenen Deutschlandtreffens wiederzusehen. Wir richten auch in diesem Jahr wieder einen Empfang im Leineschloss aus, zu dem wir die Landsmannschaft herzlich einladen.

Rauhut: Die Einladung nehmen wir sehr gerne an!

 

Landesdelegiertenversammlung 2017 des BdV Niedersachsen: Editha Lorberg MdL einstimmig erneut als Vorsitzende wiedergewählt

Bei der Landesdelegiertenversammlung des BdV Niedersachsen wurde die seit zwei Jahren amtierende Vorsitzende Editha Lorberg von den anwesenden Delegierten einstimmig wiedergewählt. Die Landtagsabgeordnete und stellvertretende Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion wird dem Bund der Vertriebenen in Niedersachsen damit weitere drei Jahre vorstehen. Auch die beiden stellvertretenden Vorsitzenden Peter Winkler und Klaus Wiegmann wurden von den Delegierten einstimmig in ihren Ämtern bestätigt. Die Versammlung stimmte außerdem dem Vorschlag des geschäftsführenden Vorstandes zu, den 37-jährigen Rechtsanwalt Kilian Sartor und den 29-jährigen Rechtsreferendar Paul Derabin zur Unterstützung der Vorstandsarbeit in Fragen der Finanzen und der Öffentlichkeitsarbeit in das Gremium zu kooptieren.

In ihrem Bericht über das vergangene Jahr hob die Vorsitzende Editha Lorberg den Tag der Heimat am 8. Oktober 2016 in Hannover und die Verständigungsfahrt nach Bautzen und Umgebung hervor. Erstmals fand im Jahr 2016 ein "Weihnachtscafé" in Hannover statt, dieses soll im Dezember 2017 wiederholt werden.

Unzufrieden zeigte sich Editha Lorberg über die aktuelle Zusammenarbeit mit der Landesregierung. Nachdem bereits die Stelle des Landesbeauftragten für Fragen der Heimatvertriebenen und Spätaussiedler von der rot-grünen Landtagsmehrheit abgeschafft wurde, steht dem Bund der Vertriebenen nunmehr auch kein Fachreferat im Innenministeriums als Ansprechpartner zur Verfügung. Die Angelegenheiten der Heimatvertriebenen wurden stattdessen der Pressestelle des Ministeriums zugeordnet. "Mit dieser Entscheidung hat die Landesregierung deutlich gemacht, wie gering der Stellenwert ist, den sie den Heimatvertriebenen zukommen lässt", erklärte Editha Lorberg.

Die Delegierten haben sich einmütig dafür ausgesprochen, dass der geschäftsführende Vorstand bis zum Herbst 2017 eine Satzungsänderung bezüglich der Mitgliederübertragung im Falle der Auflösung von Orts- und Kreisverbänden an den Landesverband und bezüglich der Umstellung von Delegiertenversammlungen auf Mitgliederversammlungen prüfen soll.

Für das laufende Jahr kündigte Editha Lorberg an, dass vor dem Schlesiertreffen am Freitag, 23. Juni 2017 wieder ein Empfang der CDU-Landtagsfraktion für die bundesweit anreisenden Teilnehmer stattfinden wird. Der Tag der Heimat in Hannover findet am 9. September 2017 statt. Er steht unter dem Motto „60 Jahre Einsatz für Menschenrechte, Heimat und Verständigung“. Der Landesvorsitzende der CDU in Niedersachsen, Dr. Bernd Althusmann, hat sein Kommen zugesagt. Er wird die Ansprache halten.

Außerdem berichtete Editha Lorberg, dass die Geschäftsstelle immer wieder Anfragen von Schulen erreichen, die gerne Zeitzeugen oder fachkundige Personen in ihren Geschichtsunterricht einladen möchten. Interessierte BdV-Mitglieder können sich gerne in der Geschäftsstelle des BdV melden, um bei Anfragen von Schulen und anderen Einrichtungen für solche Projekte vermittelt zu werden.

Der kulturelle Beitrag der Delegiertenversammlung wurde in diesem Jahr von Herrn Hans-Jürgen Kämpfert gestaltet. Der pensionierte Oberstudiendirektor aus der Nähe von Lübeck war nach Hannover gekommen, um über Nicolaus Copernicus aus Thorn, Universalgelehrter und Zeitzeuge der Reformation zu berichten. Begleitend zu dem Vortrag zeigte Herr Kämpfert Dias. 

Frau Lorberg (Foto: mjg)
Herr Winkler und Herr Wiegmann (Foto: mjg)
Herr Derabin stellt sich vor (Foto: pw)
Herr Sartor stellt sich vor (Foto: mjg)