Die Traditionsveranstaltung des BdV Niedersachsen fand erneut in Hannover- Ricklingen statt und wurde bereits zum dritten Mal von Heiko Schmelzle moderiert. Unsere stellvertretende Vorsitzende Editha Westmann hatte den Festsaal wieder sehr schön herbstlich geschmückt.
Wie auch in den Vorjahren fand eine Filmaufzeichnung statt. Diese kann über YouTube angesehen werden: https://youtu.be/2fT8MPUztKk
Für das geistliche Wort zeichnete in diesem Jahr der evangelische Generalsuperintendent i.R. von Görlitz, Martin Herche, verantwortlich. Er ist der Bundesvorsitzende der Gemeinschaft der evangelischen Schlesier (Hilfskomitee) e.V. und hat mittlerweile seinen Lebensmittelpunkt nach Göttingen verlagert.
Der stellvertretende Vorsitzende des BdV und der Landsmannschaft Schlesien in Niedersachsen, Peter Winkler, fand einfühlsame Worte im Rahmen des Totengedenkens.
Der Tag der Heimat hatte auch in diesem Jahr mehrere Höhepunkte:
Die niedersächsische Ministerin für Inneres, Sport und Digitales, Daniela Behrens MdL (SPD), fand in ihrer Festrede treffende Worte dafür, was Heimat und Heimatverlust für Menschen bedeutet und erinnerte an die Inhalte der Charta der deutschen Heimatvertriebenen von 1950. Zudem überbrachte sie Grüße der Landesregierung.
Der Ministerpräsident a.D. des Landes Niedersachsen, Stephan Weil MdL (SPD) wurde mit dem Schlesierschild der Bundeslandsmannschaft ausgezeichnet. Monika Schulze war extra in schlesischer Tracht erschienen und gab der durch Stephan Rauhut durchgeführten Ehrung durch das Tragen der Tracht einen festlichen Rahmen. In seiner Laudatio erinnerte der Bundesvorsitzende der Landsmannschaft Schlesien, Stephan Rauhut, daran, dass der Geehrte seine Wurzeln in Oberschlesien habe und in den 12 Jahren als Ministerpräsident die seit 75 Jahren bestehende Patenschaft des Landes Niedersachsen für die LM Schlesien immer aktiv unterstützt habe. Der Landesvorsitzende der Landsmannschaft Schlesien, Heiko Schmelzle, wusste zu berichten, dass auch er in den letzten Jahren in seinen ehemaligen Funktionen als Bundestagsabgeordneter und als Bürgermeister mehrmals mit dem Geehrten in Kontakt gestanden habe. Er lobte, dass die Landesregierung dem 75. Patenschaftjubiläum und dem an Pfingsten diesen Jahres durchgeführten Deutschlandtreffen der Schlesier durch einen gelungenen Empfang einen würdigen Rahmen gegeben habe.
Grußworte überbrachten der Beauftragte der Landesregierung für Migration und Teilhabe, Deniz Kurku MdL (SPD), Veronika Bode MdL für die CDU-Landtagsfraktion, der Bürgermeister der Stadt Hannover, Thomas Klapproth (CDU), der Bezirksbürgermeister von Ricklingen, Andreas Markurth (SPD) und Klaus Siems in seiner Funktion als Leiter des Grenzdurchgangslagers Friedland. Gleichzeitig überbrachte Letztgenannter die Grüße des Leiters der Landesaufnahmebehörde, Klaus Dierker.
Egon Primas überbrachte in seiner Funktion als Vize-Präsident des BdV auf Deutschlandebene die besten Grüße des amtierenden BdV-Präsidenten Dr. Bernd Fabritius und zeigte sich erfreut darüber, dass diesem von der durch Bundeskanzler Friedrich Merz geführten Bundesregierung wieder die Funktion des Beauftragten für unsere Themen übertragen worden sei. Egon Primas ist gleichzeitig der Vorsitzende der UdVA (Union der Vertriebenen, Aussiedler und deutschen Minderheiten der CDU/ CSU).
Zu den Ehrengästen zählte auch die Landesvorsitzende der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland, Lilli Bischoff, sowie die Präsidentin des Niedersächsischen Heimatbundes (NHB), Dipl.-Ing. Marlies Linnemann.
Für die musikalische Umrahmung und für die Unterstützung des gemeinschaftlichen Gesangs in der Veranstaltung sorgte auch in diesem Jahr wieder gekonnt die Pianistin Nicoleta Ion am Konzertflügel. Der BdV-Landesvorsitzende hatte im Jahr des 75. Patenschaftsjubiläums für das gemeinsame Singen das Schlesierlied und das Oberschlesierlied ausgesucht. Des weiteren wurden als „Ode“ auf die diesjährige verständigungspolitische Fahrt nach Litauen, Memel und die Kurische Nehrung die Hymne der Ostpreußen und das Lied „Ännchen von Tharau“ gesungen. Er erwähnte in Bezug auf das letztgenannte beliebte Volkslied den tiefgründigen Vortrag von Christine Hasler und Rudolf Schwarz aus Wolfsburg bei den Schlesischen Kulturtagen in Duderstadt. Deren Hinweis auf den Simon-Dach-Brunnen mit dem „Ännchen“, der am 18.11.1989 am historischen Standort auf dem Theaterplatz in Memel (Klaipèda) neu eingeweiht wurde, hatte die BdV-Reisegruppe in diesem Jahr zu einer „Inaugenscheinnahme“ inspiriert.
Ein weiterer Höhepunkt der Veranstaltung war der diesjährige „Jüngerenbeitrag“ von Alexia-Birgit Lindner. Die aus Niedersachsen stammende Studentin der TU Dortmund setzt sich bei der Anfertigung ihrer Masterarbeit aktuell wissenschaftlich mit dem Vertriebenenlager Reinsehlen (Lüneburger Heide) auseinander. Ihre Großmutter war Bewohnerin dieses Flüchtlingslagers. Insofern ist es der Studentin auch aus familiären Gründen wichtig, Flucht und Vertreibung als Folge des Zweiten Weltkrieges durch Aufarbeitung der Geschichte des Vertriebenenlagers Reinsehlen zwischen 1945 und 1950 nachhaltig sichtbar und erfahrbar zu machen. Auf die Ergebnisse ihrer Arbeit können wir gespannt sein. Die Bachelorarbeit unseres letztjährigen Referenten über die Flucht aus Ostpreußen wurde - auch mit Unterstützung des BdV Niedersachsen - in gebundener Form verlegt und hat bereits knapp 700 interessierte Leserinnen und Leser gefunden.
Der offizielle Teil des Tages der Heimat endete mit Singen der Nationalhymne. Anschließend gab es beim gemeinsamen Mittagessen sowie Kaffee und Kuchen noch angeregte Gespräche.