70 Jahre Bund der Vertriebenen und Tag der Heimat 2019 Festveranstaltung im Hof der Heidmark

Bad Fallingbostel. Zum „Tag der Heimat“ hat der Bund der Vertriebenen (BdV), Kreisverband Fallingbostel, kürzlich eingeladen. Im Mittelpunkt der Veranstaltung im Hof der Heidmark stand jedoch der 70. Geburtstag des BdV-Kreisverbandes.

Gerhard Neumann eröffnete die Festveranstaltung mit der Begrüßung der Anwesenden aus Politik, Kirche, Vereinen und Verbänden.

Vorsitzender Albrecht Dyck referierte über die Geschichte des BdV-Kreisverbandes und seines 70-jährigen Bestehens. „In der Stunde der Not, als der Krieg seine Spuren hinterlassen hatte, die Betriebe demontiert wurden durch die Besatzungsmacht, Wohnungen und Häuser beschlagnahmt wurden und die Wirtschaft am Boden lag, haben sich trotz Verbot Tatkräftige der Geschädigten zusammengeschlossen um zu tauschen, zu sammeln und zu produzieren“, betonte Albrecht Dyck und sprach danach über die Wohnungsnot, den Elendsquartieren in denen Flüchtlinge und Vertriebene leben mussten, aber auch davon, dass die Bedrängten und Verzweifelten neuen Mut fassten, glaubten und hofften.

„Als die Besatzungsmacht die Organisationsverbote lockerte, schlossen sich einige Ortschaften zur „Aufbaugemeinschaft für Kriegsgeschädigte, Kreisverband Fallingbostel“ zusammen. Das war am 16. Oktober 1948 die Geburtsstunde unseres Kreisverbandes“, machte der Vortragende deutlich.

Ein Teil des Vortrages befasste sich u.a. mit dem damaligen Zusammenschluss  der „Deutschen Jugend des Ostens, DJO“, die Albrecht Dyck 1953 in Fallingbostel gründete.

A. Dyck wies darauf hin, dass der Landkreis mit seinen Landräten und Oberkreisdirektoren immer ein offenes Ohr für die Belange des BdV hatten und diesen in jeder Hinsicht bis heute unterstützt haben.

Anschließend erinnerte Albrecht Dyck an den Stein des Ostens, den der BdV 1952 auf dem alten Friedhof, jetzt Megalith-Park, feierlich gesetzt hat. „Möge dieser Stein eine bleibende Erinnerungsstätte für nachwachsende Generationen sein,“ mahnte der Redner abschließend.

Die geistlichen Worte zum „Tag der Heimat“ sprach danach Frau Pastorin Heike Burkert.

Landrat Manfred Ostermann zeigte auf, dass  die Tage der Heimat im Laufe der Zeit durch altersbedingte Veränderungen eine andere Bedeutung erhalten haben und fügte hinzu, dass es jetzt gelte, in Frieden und Versöhnung die Erinnerungen zu erhalten.

Bürgermeisterin Karin Thorey stellte in ihrer Rede die Menschenrechte und die Bedeutung für den Frieden in Europa heraus und hielt es für unfassbar, dass heute, 70 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg, 751 Abgeordnete aus 28 Ländern von 427 Millionen Menschen gewählt, die EU vertreten.

Der stellvertretende Vorsitzende im BdV-Landesverband, Peter Winkler, dankte dem BdV-Kreisverband Fallingbostel für die langjährige Arbeit, gerade in den ersten schweren Jahren. Der Redner machte klar, dass jeder vierte Bürger seine Wurzeln in den ehemaligen Regionen habe und man einmal im Jahr das Recht habe auf die Heimat hinzuweisen.

„Bewahren Sie die kulturellen Errungenschaften aus den Ost- und anderen Gebieten und bleiben Sie dem Verband treu“, forderte Peter Winkler die Anwesenden auf.

Hubert Lux, Ausschussvorsitzender des Heimatkreises Leobschütz/Oberschlesien, erläuterte in seiner Festrede Grundsätze zum Thema „Tag der Heimat“ aus persönlicher Anschauung.

Im Anschluss wurde Interessantes und Wissenswertes der Landsmannschaften vorgetragen: Für Ostpreußen von Gerhard Neumann, für Pommern von Dieter Gerlach, der u.a. ein Grußwort der Pommern von Urgestein Ulrich Kuchenbecker verlas, für Schlesien von Christa Kleinert in ihrer schlesischen Tracht und schlesischer Mundart. Für Niedersachsen erinnerte die Präsidentin der Hermann-Löns-Verbände, Monika Seidel, an das Wirken des Heidedichters Hermann Löns, der in Westpreußen geboren und viel für den Erhalt der Heideflächen und Naturschutz in der Lüneburger Heide beigetragen hat.

Die Musikalische Umrahmung der Feier wurde gestaltet vom Posaunenchor Fallingbostel, dem Männergesangverein und den Jagdhornbläsern, beide aus Dorfmark, sowie Albrecht Dyck auf der Mundharmonika.

Die gemeinsam gesungene Nationalhymne beendete diese würdevolle Veranstaltung.
 

Albrecht Dyck